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Bäume pflanzen

Eichen trotzen Klimaextremen

Jetzt beginnt die Pflanzzeit für Gehölze. Wer einen Hofbaum sucht oder eine Allee anlegen möchte, sollte das Eichensortiment der Baumschulen prüfen. Es lohnt sich!

Eine Allee aus Sumpfeichen wertet eine Hofzufahrt vor allem im Herbst auf, wenn sich das Laub eindrucksvoll färbt.

Eichen halten eine Menge aus. So überstehen die meisten Arten auch längere Trockenphasen und Hitzeperioden vergleichsweise gut. Wie wichtig diese Eigenschaft ist, hat der vergangene Sommer eindrucksvoll gezeigt. Doch nicht nur das macht Eichen zu ideale Garten-, Hof- und Straßenbäumen. Es ist auch die Bandbreite der Wuchsformen und Neuzüchtungen, die das Sortiment attraktiv macht. In dem großen Angebot der Baumschulen finden sich eine Reihe attraktiver Hof-, Garten- und Alleebäume, betont Jochen Sennekamp, Inhaber einer Baumschule in Senden, Kreis Coesfeld. Er nennt gleich drei Eichenarten, die Trockenperioden gut überstehen und sich als Allee oder Einzelbaum eignen: die Ungarische Eiche, die Zerreiche und die Traubeneiche. Ist dagegen eine Eichenart gefragt, die gelegentliche Überschwemmungen aushält, kommt die Stieleiche ins Spiel. Ein feuchter Standort schadet ihrem Wachstum nicht.

Tolle Herbstfärbung

Den trockenen, heißen Sommer haben die meisten Eichen gut überstanden, freut sich Baumschulgärtner Jochen Sennekamp.
Stark nachgefragt sind seit einigen Jahren Bäume mit spektakulären jahreszeitlichen Farbverläufen des Laubs. Dazu zählen die Amerikanische Roteiche und die Sumpfeiche. Sie starten mit gelblichem Laub in den Herbst. Später erstrahlen die Blätter in kräftigen Orange- und Rottönen. Das Farbspiel gelingt aber nur bei einem nicht zu hohen pH-Wert am Standort. Auf Mergelböden reagieren diese Eichen mit schäbigen gelben Blattverfärbungen, den sogenannen Chlorosen. Ein Kuriosum ist der favorisierte Standort der Sumpfeiche. Sie mag es trocken.

Säule oder Spalier

Speziell für den Garten gibt es einige Sorten, deren Kronen weniger in die Breite gehen. „Dies ist die Stieleichensorte ‘Fastigiata Koster’. Sie wächst säulenförmig. Im Gegensatz zur Sorte ‘Fastigiata’ bleibt sie auch im Alter schlank und straff aufrecht. Die Triebe von ‘Fastigiata’ fallen nämlich im Alter etwas auseinander“, nennt Jochen Sennekamp ein Unterscheidungsmerkmal. Sehr schlank wächst auch die Sumpfeichensorte ‘Green Pillar’. Sie besitzt eine rote Herbstfärbung. Die markanten waagerechten Äste der Sumpfeiche lassen sich gut formen. Der Stamm wird auf 2 m bis 2,50 m gezogen. Ab da werden die Äste senkrecht an Stäben geleitet und gebunden. Das Spalier findet häufig eine Verwendung als hoher Sichtschutz zu den Nachbarn.

Zauberkugel

Auch dem Trend zum Kugelbaum ist mit einer Eiche nachzukommen. Die Sumpfeichensorte ‘Green Dwarf’ ist seit einigen Jahren auf dem Markt. Jochen Sennekamp erläutert die Besonderheit. Die Sorte entstand aus einem Hexenbesen. Das ist eine genetische Veränderung. „Die Äste verzweigen sich an einer Stelle dichter als üblich.“ Diese buschartige Verwachsung wird auf eine 2 m hohe Unterlage veredelt und bildet nach einigen Jahren einen kugelrunden Kleinbaum. Im Vergleich zu anderen Kugelbäumen wie Scheinakazie oder Spitzahorn ist die Kugelsumpfeiche gesünder und attraktiver, hebt Jochen Sennekamp vor. Sie punktet mit ihrer sicheren Herbstfärbung.

Lästige Raupen

Bleibt noch die Frage nach dem Eichenprozessionsspinner. Nach dem derzeitigen Stand ist keine Eiche davor sicher. Neben Fraßschäden sind vor allem die Raupenhaare beim Menschen gefürchtet, da sie allergische Reaktionen auslösen. Deshalb ist der Pflanzstandort gut zu überlegen. Eine Allee, ein Hausbaum oder zwei kleinkronige Eichen im Vorgarten stellen im Hinblick auf die Gefährdung des Menschen ein geringes Risiko dar. Doch eine Pflanzung als Schattenspender an Terrassen und Spielplätzen sollte vermieden werden, da dort ein Schädlingsbefall zu gesundheitlichen Beschwerden führen könnte.

Den ausführlichen Beitrag mit eine Arten- und Sortentabelle sowie weiteren Pflanztipps lesen Sie im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, Ausgabe 44/2018 vom 2. November 2018.