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 (Bildquelle: Redaktion Wochenblatt)
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Einblicke

Existenzgründungsprämie: Diese Bundesländer schreiten voran

Sechs Bundesländer bieten eine Existenzgründungsprämie zur Unterstützung von Neueinsteigern in die Landwirtschaft an. Dazu gehören Brandenburg, Rhein-land-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vorreiter ist Sach-sen-Anhalt, das die Prämie 2017 einführte und sich davon eine vielfältigere Agrarstruktur und ein Mittel gegen Landflucht verspricht. Einen Schub zur Verbreitung haben neue Fördermöglichkeiten in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2023 ausgelöst.

Die Prämie variiert je nach Bundesland zwischen 45 000 und 100 000 € verteilt über drei bis fünf Jahre. Die Förderung ist unabhängig von der Hektarzahl und wird als Zuschuss ausgezahlt. Sie schließt neben Neugründungen meist auch außerfamiliäre und klassische Hofübergaben ein. Voraussetzung sind die erstmalige eigenverantwortliche Führung eines landwirtschaftlichen Unternehmens, ein Alter von höchstens 40 Jahren und eine landwirtschaftliche Qualifikation. Vorgelegt werden muss ein Geschäftsplan über mehrere Jahre sowie ein bestimmter Arbeitszeitbedarf und Umsatzerlös aus der Landwirtschaft. Bei kooperativen Unter nehmenskonzepten müssen die Antragsteller die wirksame Kontrolle über das Unternehmen nachweisen.
Agrarstrukturell vergleichbar mit NRW sind Rheinland-Pfalz und das Saarland. Im Einführungsjahr 2023 wurden in Rheinland-Pfalz 66 Anträge und 2024 bisher 47 Anträge für die dort Niederlassungsbeihilfe genannte Förderung gestellt. Das Landwirtschaftsministerium aus Mainz ist mit der Akzeptanz zufrieden und zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Maßnahme ist dort mindestens bis 2027 vorgesehen. Für sie stehen insgesamt 10,7 Mio. € zur Verfügung.
Bisher bewilligt sind in Rheinland-Pfalz 33 Vorhaben, davon haben 91 % der Antragsteller die Betriebsleitung eines Betriebes aus dem familiären Umfeld übernommen, 9 % der Anträge wurden von reinen Existenzgründern gestellt. Der überwiegende Teil der antragstellenden Betriebe wird konventionell (85 %) bewirtschaftet. Im Ökolandbau arbeiten 6 % der Antragsteller, 9 % befinden sich in der Umstellungsphase. Die Nachfrage nach der Prämie verteilt sich über alle Landesteile von Rheinland-Pfalz, allerdings gibt es einen Schwerpunkt in den Weinbaugebieten. So sind von den bewilligten Anträgen 61 % der Betriebe im Weinbau und 3 % im Obstbau tätig. Im Saarland profitieren bisher 18 junge Unternehmer in der Landwirtschaft von der dortigen Existenzgründungsförderung.
sta

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