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Urlaubsvertretung für Wildschadenserfassung? Digital Plus

Ich besitze eine etwa 2,5 ha große Ackerfläche. Während meines Urlaubs erhielt mein Mann die Info, dass es dort im Mais zu Wildschaden gekommen sei. Mein Mann nahm daraufhin unverzüglich Kontakt mit dem Jagdpächter auf. Als ich neun Tage später zurück war, habe ich den Schaden angeschaut und tags darauf beim Ordnungsamt gemeldet. Nun sagt der Jagdpächter, ich hätte die Meldefrist versäumt. Bin ich verpflichtet, im Urlaub einen Vertreter zu bestellen?

Bei der Meldung von Wildschaden beim Ordnungsamt darf die kurze Frist von einer Woche ab Kenntnisnahme nicht versäumt werden.

Ihr Mann hat sich umgehend um die Wildschadensangelegenheit gekümmert und hat Kontakt mit dem Jagdpächter aufgenommen. Leider wurde aber versäumt, den Schaden rechtzeitig, also binnen der Frist von einer Woche, beim Ordnungsamt zu melden. Zwar ist richtig, dass diese Frist erst ab Kenntnis des Geschädigten zu laufen beginnt. Unter den zuvor genannten Umständen spricht jedoch einiges dafür, Ihren Mann als „Wissensvertreter“ nach § 166 Bürgerliches Gesetzbuch zu betrachten. Weil dann die richtige Meldung erst elf Tage später erfolgt ist – gerechnet von dem Zeitpunkt an, von dem an Ihr Mann K

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Ihr Mann hat sich umgehend um die Wildschadensangelegenheit gekümmert und hat Kontakt mit dem Jagdpächter aufgenommen. Leider wurde aber versäumt, den Schaden rechtzeitig, also binnen der Frist von einer Woche, beim Ordnungsamt zu melden. Zwar ist richtig, dass diese Frist erst ab Kenntnis des Geschädigten zu laufen beginnt. Unter den zuvor genannten Umständen spricht jedoch einiges dafür, Ihren Mann als „Wissensvertreter“ nach § 166 Bürgerliches Gesetzbuch zu betrachten. Weil dann die richtige Meldung erst elf Tage später erfolgt ist – gerechnet von dem Zeitpunkt an, von dem an Ihr Mann Kenntnis erlangt hat –, ist von einer verspäteten Meldung auszugehen. Zudem wäre noch zu beweisen, dass es sich um keinen alten bzw. verfristeten Schaden gehandelt hat. Sie müssten folglich darlegen, in welcher Form und in welchen Zeitabständen Sie Ihrer Kontrollpflicht bezüglich dieser Fläche entsprochen haben. Denn die Meldefrist beginnt, auch unabhängig von der tatsächlichen Kenntnis, dann zu laufen, wenn der Geschädigte bei Beobachtung gehöriger Sorgfalt früher von dem Schadensereignis Kenntnis erlangt hätte. Von einem Landwirt wird erwartet, dass er innerhalb der Vegetationsperiode spätestens alle vier Wochen auf seinen Flächen nach dem Rechten schaut. In besonderen Gefährdungslagen, wie etwa wiederholten Wildschadensereignissen oder etwa zum Zeitpunkt der sogenannten Milchreife des Getreides, geht die Rechtsprechung sogar von noch kürzeren ­Fristen aus, sodass sich dann die Kontrollverpflichtung auf wöchentlich verdichten kann. Da der Ersatzpflichtige die Schadensübernahme ablehnt, müsste das Verfahren jetzt durch eine ­entsprechende Mitteilung des Ordnungsamtes beendet werden, wonach das Verfahren gescheitert ist. Dann können Sie binnen Notfrist von zwei Wochen den Wildschaden beim Amtsgericht ein­klagen. Aus den oben genannten Gründen ist das Risiko allerdings groß, dass auch das Amtsgericht von einer verspäteten Anmeldung des Schadens ausgehen wird. (Folge 47-2019)