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Schutzzaun gegen Wildschäden Digital Plus

Ich bin Mitglied in einer Jagdgenossenschaft. Laut Vertrag muss der Jagdpächter für alle entstehenden Wildschäden aufkommen. Um meinen Kartoffelacker zu schützen, möchte ich ihn einzäunen. Muss der Jagdpächter sich an den Kosten für Zaunpfähle, Weidedraht und Stromgerät beteiligen? Hat er dafür zu sorgen, dass der Zaun frei von Unkraut bleibt?

Hat der Jagdpächter im Jagdpachtvertrag die gesetzliche Wildschadenhaftung übernommen, muss er entstandene Wildschäden, sofern diese von Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen verursacht worden sind, ersetzen. Zwar ist der Jagdpächter im Rahmen seiner gesetzlichen Hegeverpflichtung auch zur Verhütung von Wildschäden verpflichtet. Daraus lässt sich allerdings nicht die Pflicht ableiten, die Materialkosten für Zäune zum Schutz landwirtschaftlicher Kulturen übernehmen zu müssen. Auch für die Freihaltung von Sch

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Hat der Jagdpächter im Jagdpachtvertrag die gesetzliche Wildschadenhaftung übernommen, muss er entstandene Wildschäden, sofern diese von Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen verursacht worden sind, ersetzen. Zwar ist der Jagdpächter im Rahmen seiner gesetzlichen Hegeverpflichtung auch zur Verhütung von Wildschäden verpflichtet. Daraus lässt sich allerdings nicht die Pflicht ableiten, die Materialkosten für Zäune zum Schutz landwirtschaftlicher Kulturen übernehmen zu müssen. Auch für die Freihaltung von Schutzzäunen, die er selbst nicht errichtet hat, ist ein Jagdpächter nicht verpflichtet. Deshalb kann sich ein Jagdpächter im Grundsatz darauf beschränken, durch intensive Bejagung das Entstehen von Wildschäden zu verhindern und dort, wo dies nicht gelingt, angemessenen Schadensersatz an die geschädigten Landwirte zu leisten. Allerdings kann die Errichtung von Schutzzäunen auch und gerade im Interesse des Jagdpächters liegen, weil sich dadurch dessen Haftungsrisiko verringert. Deshalb sollte ein Landwirt, der beabsichtigt, seine Feldfrucht auf eigene Initiative durch Einzäunung zu schützen, den Jagdpächter ansprechen und diesem vorschlagen, sich die Materialkosten für den Schutzzaun zu teilen. Im Übrigen könnte die Arbeitsleistung beispielsweise so verteilt werden, dass der Landwirt den Zaun errichtet und der Jagdpächter im Folgenden dafür zu sorgen hat, dass der Zaun frei von Unkraut bleibt. Lehnt der Jagdpächter diesen Vorschlag zur Arbeits- und Kostenteilung ab, bleibt dem Landwirt kaum etwas anderes übrig, als entweder den Zaun auf eigene Kosten zu erstellen oder aber von einer Zaunerrichtung abzusehen und die entstandenen Wildschäden in vollem Umfang vom Jagdpächter ersetzt zu verlangen.