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Neue Jagdbezirke nach Flurbereinigung Digital Plus

Im Rahmen der Flurbereinigung sind aus unserer bisherigen Genossenschaftsjagd drei Eigenjagdbezirke und eine kleine Genossenschaftsjagd entstanden. Von mir befinden sich nun 11 ha in einer Enklave, von meinem Nachbarn 10 ha. Mein Widerspruch wurde abgelehnt. Und auch dem Vorschlag, wie eine Änderung aussehen könnte, damit unsere Flächen in der Genossenschaftsjagd liegen, wurde widersprochen. Steht mir nicht eine Entschädigung zu, weil ich jetzt kein Stimmrecht mehr habe? Müssen wir das wirklich alles so dulden? Wo kann man sich beraten lassen?

Fremde Grundstücksflächen, die innerhalb eines Eigenjagdbezirkes liegen und über keinen Grundstücksanschluss zu einem weiteren Jagdbezirk verfügen, bilden sogenannte Enklaven. Diese werden durch Angliederungsverfügung dem die Fläche umgebenden Jagdbezirk zugeordnet. Nur im seltenen Ausnahmefall bilden solche Flächen ihrerseits einen Eigenjagdbezirk. Dies ist der Fall, wenn die Fläche so groß ist, dass sie die gesetzliche Mindestgröße für einen Eigenjagdbezirk erreicht, also über zumindest 75 ha verfügt.

Mit der Bestandskraft der Angliederungsverfügung scheidet der Jagdgenosse mit dieser Fläche aus der Genossenschaft...

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Fremde Grundstücksflächen, die innerhalb eines Eigenjagdbezirkes liegen und über keinen Grundstücksanschluss zu einem weiteren Jagdbezirk verfügen, bilden sogenannte Enklaven. Diese werden durch Angliederungsverfügung dem die Fläche umgebenden Jagdbezirk zugeordnet. Nur im seltenen Ausnahmefall bilden solche Flächen ihrerseits einen Eigenjagdbezirk. Dies ist der Fall, wenn die Fläche so groß ist, dass sie die gesetzliche Mindestgröße für einen Eigenjagdbezirk erreicht, also über zumindest 75 ha verfügt. Mit der Bestandskraft der Angliederungsverfügung scheidet der Jagdgenosse mit dieser Fläche aus der Genossenschaft aus und verliert seine Mitbestimmungsrechte und insbesondere seinen anteiligen Anspruch auf Auskehr des Pachtzinses. Gegenüber dem Eigenjagdbesitzer erhält er allerdings als Ausgleich für diesen Verlust einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Entschädigung. Nach dem Gesetz ist als angemessene Entschädigung im Mindestmaß der Betrag anzusehen, der sich aus einer anteiligen Beteiligung am Pachtzinserlös in der angrenzenden Jagdgenossenschaft bzw. in den angrenzenden Jagdgenossenschaften ergeben würde. Hat der Eigenjagdbesitzer allerdings einen höheren Pachtzins vereinbart, als dies in der angrenzenden Jagdgenossenschaft bzw. in den angrenzenden Jagdgenossenschaften der Fall ist, so hat der angegliederte Grundstückseigentümer auch den Anspruch auf diesen erhöhten Betrag, denn dieser wird ja auch unter Aufbietung seiner Fläche erzielt. Formell gesehen wäre es zulässig, als betroffener Grundstückseigentümer Klage binnen Monatsfrist ab Bekanntgabe gegen die Angliederungsverfügung zu erheben. Erfolg versprechend ist eine solche Klage unter den von Ihnen geschilderten Umständen in der Regel aber nicht. Ist die betroffene Jagdgenossenschaft Mitglied im Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE), können sich die Genossenschaftsmitglieder kostenlos an diesen Verband zu Beratungszwecken wenden. Im Hinblick auf die etwaig noch laufende Frist sollte der Bescheid unverzüglich durch einen Juristen geprüft werden.