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Jagdpacht auszahlen? Digital Plus

Unsere Jagdgenossenschaft erzielt 4.000 € Pacht pro Jahr. Dazu kommen 1.000 € Einnahmen aus einem Mulcher. Als Kosten sind zuletzt angefallen: Jagdversammlung (520 €), Grillabend für Jagdgenossen (1.100 €), Zuwendungen an Vereine (1.000 €). Ein Jagdgenosse hat beantragt, dass er seine anteilige Jagdpacht voll ausgezahlt bekommt. Grill­abend und Vereinszuschüsse möchte er nicht mitfinanzieren.

Das anteilige Jagdgeld berechnet sich in der Weise, dass zunächst der Reinertrag der Jagdgenossenschaft bestimmt werden muss. Der Reinertrag ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Ertrag der Jagdnutzung und den Aufwendungen und Kosten des jeweiligen Jagdjahres. Unter Berücksichtigung der Gesamtfläche der Genossenschaft erhält der Jagdgenosse dann einen seiner Flächengröße entsprechenden Anteil am Reinertrag. Wird der Reinertrag nicht im vollen Umfang an die Jagdgenossen verteilt, so beruht dies in alle

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Das anteilige Jagdgeld berechnet sich in der Weise, dass zunächst der Reinertrag der Jagdgenossenschaft bestimmt werden muss. Der Reinertrag ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Ertrag der Jagdnutzung und den Aufwendungen und Kosten des jeweiligen Jagdjahres. Unter Berücksichtigung der Gesamtfläche der Genossenschaft erhält der Jagdgenosse dann einen seiner Flächengröße entsprechenden Anteil am Reinertrag. Wird der Reinertrag nicht im vollen Umfang an die Jagdgenossen verteilt, so beruht dies in aller Regel auf einem Beschluss über die anderweitige Verwendung. Die Anschaffung eines Mulchers, Kosten der Grillabende sowie die Spenden für die Vereine im Dorf sind jeweils auf der Grundlage eines Beschlusses erfolgt. Ein Jagdgenosse, der mit diesen anderweitigen Verwendungen nicht einverstanden ist, hat nach § 10 III Bundesjagdgesetz (BJagdG) den Anspruch auf Auszahlung seines ungekürzten Anteils. Im Verhältnis zu diesem Jagdgenossen ist dessen Anteil folglich so zu bemessen, als sei der Reinertrag nicht um diese Zusatzkosten vermindert. Die tatsächlich erforderlichen Kosten einer Genossenschaftsversammlung, wie etwa Bekanntmachungskosten oder die Saalmiete, kann man hingegen vom Reinertrag abziehen. Im Einzelfall muss man prüfen, welchen Beschlüssen zur anderweitigen Verwendung der Jagdgenosse jeweils zugestimmt hat. Aus Gründen des Minderheitenschutzes ist der Anspruch auf ungekürzte Jagdgeldauszahlung auch im Falle von Mehrheitsbeschlüssen durch den Gesetzgeber so ausgestaltet worden, dass es allein auf den Willen des einzelnen Jagdgenossen ankommt. Keiner soll gezwungen sein, von seinem Jagdgeld etwas für sonstige Verwendungszwecke abzugeben, mit denen er nicht einverstanden ist.