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Jagd erlaubt? Digital Plus

Im Juni vergangenen Jahres teilte mir ein Jagdgenosse mit, dass in seinem Getreidefeld Wildschweine gesehen wurden. Kurzfristig habe ich die an unserem Revier beteiligten Jäger und einige aus der Nachbarjagd benachrichtigt. Einige Schützen haben das Feld umstellt, während fünf bis sechs Schützen das Feld mehrfach durchtrieben haben. Nach einer Stunde lagen vier Frischlinge und zwei Überläufer auf der Strecke. Jetzt, mehr als ein halbes Jahr später, meinte ein Jäger, wir hätten so eine Treibjagd überhaupt nicht machen dürfen. Wie ist die Rechtslage?

Angesichts der auch in Nord­rhein-Westfalen (NRW) in den vergangenen Jahren gestiegenen Schwarzwildbestände ist die intensive Bejagung der Wildschweine dringend geboten, um übermäßige Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und ein Übergreifen der europäischen Schweinepest auf die Hausschweinbestände zu verhindern. Deshalb dürfen auch in den Sommermonaten die Bejagungsaktivitäten der Jäger nicht erlahmen, wobei der Jagdausübung in der Nähe von besonders gefährdeten Feldfluren der Vorrang einzuräumen ist.

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Angesichts der auch in Nord­rhein-Westfalen (NRW) in den vergangenen Jahren gestiegenen Schwarzwildbestände ist die intensive Bejagung der Wildschweine dringend geboten, um übermäßige Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und ein Übergreifen der europäischen Schweinepest auf die Hausschweinbestände zu verhindern. Deshalb dürfen auch in den Sommermonaten die Bejagungsaktivitäten der Jäger nicht erlahmen, wobei der Jagdausübung in der Nähe von besonders gefährdeten Feldfluren der Vorrang einzuräumen ist. Der von Ihnen geschilderte Erfolg der spontan durchgeführten Bejagungsaktion ist daher durchaus zu begrüßen. Allerdings ist zu beachten, dass in der Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli in NRW nur Frischlinge, das heißt, noch nicht einjährige (braune) Stücke bejagt werden dürfen. Wegen der Gefahr einer Verwechselung mit führenden Bachen dürfen in dieser Zeit Überläufer nur im Rahmen jagdbehördlicher Ausnahmegenehmigungen (Schonzeitaufhebungen) erlegt werden. Sofern für Ihren Jagdbezirk eine solche Ausnahmegenehmigung nicht vorgelegen haben sollte, hätte der Abschuss der beiden Überläufer im Juni nicht erfolgen dürfen und könnte von der Jagdbehörde sogar als Ordnungswidrigkeit gemäß § 39 Abs. 2 Nr. 3a Bundesjagdgesetz (BJG) geahndet werden. Problematisch dürfte auch der Ablauf der durchgeführten Treibjagd gewesen sein, da fünf bis sechs Schützen das Getreidefeld mehrfach durchtrieben haben sollen. Nach § 33 Abs. 1 BJG ist die Aus­übung der Treibjagd auf Feldern, die mit reifender Halm- oder Samenfrucht bestanden sind, verboten; die Suchjagd ist nur insoweit zulässig, als sie ohne Schaden für die reifenden Früchte durchgeführt werden kann. Ein Verstoß gegen dieses Verbot stellt ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit dar.