Zum Inhalt springen
14 °C Münster (Westfalen)

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Benutzung der Hochsitze tabu? Digital Plus

Seit zwei Jahren bin ich Mitpächter einer Gemeinschaftsjagd. Im Jagdpachtvertrag ist aufgeführt, dass jagdliche Einrichtungen von beiden Pächtern zu gleichen Teilen instandgehalten bzw. erneuert werden müssen. Da mein Mitpächter auch vorher schon Mitpächter war, wurden alle Einrichtungen übernommen. Einen Wertausgleich musste ich nicht zahlen. Jetzt aber will er mir die Mitbenutzung untersagen. Wie verhalte ich mich?

Um die Nutzung jagdlicher Einrichtungen kann es bei Pächtergemeinschaften Streit geben. Wichtig ist es, Absprachen schriftlich festzuhalten.

Auch wenn sich mitunter in Jagdpachtverträgen Regelungen befinden, die das Innenverhältnis der Jagdpächter betreffen, so dient der Vertrag schwerpunktmäßig dazu, die Rechte und Pflichten zwischen dem Verpächter und den Pächtern zu vereinbaren. Jagdpächter wiederum regeln ihr Innenverhältnis mit einem eigenen Gesellschaftsvertrag. Leider werden häufig diese Absprachen nicht schriftlich festgehalten. In aller Regel wird bei einer Pächtergemeinschaft vereinbart, dass die Pächter gleichberechtigt die Jagd nutzen können und für alle entstehenden Kosten, wie Jagdpachtzins und Kosten für jagdliche Einrichtungen, zu gleichen Teilen einzustehen haben. Jagdl

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Auch wenn sich mitunter in Jagdpachtverträgen Regelungen befinden, die das Innenverhältnis der Jagdpächter betreffen, so dient der Vertrag schwerpunktmäßig dazu, die Rechte und Pflichten zwischen dem Verpächter und den Pächtern zu vereinbaren. Jagdpächter wiederum regeln ihr Innenverhältnis mit einem eigenen Gesellschaftsvertrag. Leider werden häufig diese Absprachen nicht schriftlich festgehalten. In aller Regel wird bei einer Pächtergemeinschaft vereinbart, dass die Pächter gleichberechtigt die Jagd nutzen können und für alle entstehenden Kosten, wie Jagdpachtzins und Kosten für jagdliche Einrichtungen, zu gleichen Teilen einzustehen haben. Jagdliche Einrichtungen sind so­genannte Scheinbestandteile des Grundstücks. Dies bedeutet, dass sie im Eigentum des Jagdpächters verbleiben, der diese für begrenzte Zeit auf fremdem Grund und Boden errichtet hat. Wenn es üblich ist, dass Jagdpächter alle Rechte und Pflichten gemeinschaftlich teilen, so verwundert es nicht, dass im Falle des Neueintritts eines Pächters eine Kostenbeteiligung an den bestehenden jagdlichen Einrichtungen erwartet wird. Besteht keine Bereitschaft, sich an den Kosten der Anschaffung der jagdlichen Einrichtungen zu beteiligen, muss es ebenfalls nicht verwundern, dass deren Eigentümer die Nutzung seines Eigentums untersagt. Was konkret in diesem Fall zwischen den Parteien zur Nutzung und Kostenbeteiligung jagdlicher Einrichtungen vereinbart worden ist, wird nicht allein durch den Wortlaut des Jagdpachtvertrags zu bestimmen sein. Vielmehr wird man eine umfassende Auslegung vornehmen müssen, um am Ende entscheiden zu können, ob die Bereitstellung der bereits bestehenden jagdlichen Einrichtungen für den neuen Pächter und seine Mitjäger kostenlos zu erfolgen hat. Ist nachweislich vereinbart, dass alle Kosten zwischen den Pächtern geteilt werden, spricht einiges dafür, dass damit auch die Kosten für bereits getätigte Anschaffungen gemeint sind. Geht es um eine Kostenbeteiligung an jagdlichen Einrichtungen, die seit vielen Jahren im Revier stehen, wird man jedoch nicht vom Anschaffungswert ausgehen können, sondern vom Wert zum Zeitpunkt der Übernahme/Mitübernahme durch einen Jagdpächter. (Folge 30-2018)