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Warum Feder­verlust bei Hühnern? Digital Plus

Ich habe zehn Hühner, die seit einiger Zeit Federn im Bereich des Legedarms verlieren. Die sehen in dem Bereich aus wie gerupft – es betrifft fast alle Hühner. Sie werden in Bodenhaltung mit Auslauf gehalten. Gefüttert werden sie mit Legemehl und Speiseresten. Können Sie mir vieleicht mitteilen, woran der Federausfall liegen kann?

Das von Ihnen geschilderte Bild kann mehrere Ursachen haben. Zum einen gibt es bei älteren Hühnern einen als normal zu bezeichnenden Federverlust um die Kloake herum. Dieser wird unter Umständen verstärkt durch raue Einstreu. Ein Federverlust in diesem Bereich kann auch durch Befall mit Parasiten, wie etwa Federlingen, verursacht werden. Gerade in Kleinbeständen kommen diese häufig in großer Zahl vor. In einem solchen Fall sollten Sie die Federlinge im verbliebenen Gefieder sehen können. Ist eine Bekämpfung bei Legehennen erforderlich, empfiehlt sich der Einsatz von Stäubepräparaten auf Silikatbasis. Für diese ist im Gegensatz zu che

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Das von Ihnen geschilderte Bild kann mehrere Ursachen haben. Zum einen gibt es bei älteren Hühnern einen als normal zu bezeichnenden Federverlust um die Kloake herum. Dieser wird unter Umständen verstärkt durch raue Einstreu. Ein Federverlust in diesem Bereich kann auch durch Befall mit Parasiten, wie etwa Federlingen, verursacht werden. Gerade in Kleinbeständen kommen diese häufig in großer Zahl vor. In einem solchen Fall sollten Sie die Federlinge im verbliebenen Gefieder sehen können. Ist eine Bekämpfung bei Legehennen erforderlich, empfiehlt sich der Einsatz von Stäubepräparaten auf Silikatbasis. Für diese ist im Gegensatz zu chemischen Präparaten keine Wartezeit für den Verzehr der Eier einzuhalten. Wenn nicht nur der Bereich um die Kloake betroffen ist, sondern auch auf dem Rücken zunehmend Federn fehlen, deutet das darauf hin, dass die Hühner Federn picken oder Federn fressen. Dabei kommt es zunächst bei Einzeltieren als Reaktion auf Umwelteinflüsse zum Federpicken. Das Einzeltier erlebt beim Picken als Antwort auf einen Umweltreiz eine „Befriedigung“ und wiederholt dieses bei nächster Gelegenheit. Innerhalb einer Gruppe kommt es sehr schnell zu nachahmendem Verhalten, sodass bald jedes Tier der Gruppe betroffen ist. In diesem Stadium ist eine Beeinflussung des Geschehens kaum noch möglich. Je nach Schwere der Gefiederschäden muss unter Umständen eine Schlachtung der Hühner in Erwägung gezogen werden. Entdeckt man das Federpicken in einem frühen Stadium, kann man versuchen, die Hühner abzulenken durch mehlförmiges Futter, kleingeschnittenes Gemüse und Ähnliches. Bei Ihrer Bestandsgröße kommt auch ein Einreiben der bepickten Regionen mit Holzteer infrage. Dieses fördert die Heilung und verleidet den anderen Tieren das Picken. Da die Tiere das Fehlverhalten voneinander lernen, sollten erst nach Schlachtung dieser Hühner neue eingestallt werden. Federpicken kann gleichermaßen in großen wie kleinen Beständen, in Käfigen wie in Auslaufhaltung vorkommen. Für eine dauerhafte Abhilfe muss der Auslöser des fehlgeleiteten Pickens gefunden werden. Das ist gerade in extensiven Haltungen nicht einfach.