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Fette Hausschlachtungen Digital Plus

Wir halten im Sommer zur Hausschlachtung fünf Schweine auf Stroh. Die Ferkel beziehe ich mit 25 kg, die Rasse kenne ich nicht. Das Schlachtgewicht beträgt nach rund 22 Wochen 140 kg. Mein Problem: Die Schweine werden zu fett. Deshalb füttere ich zum Ende der Mast sehr knapp. Das bringt viel Unruhe. Anfangs besteht das Futter aus Weizen, Gerste, Sojaschrot und Mineralfutter. Zur zweiten Hälfte reduziere ich Weizen und Soja deutlich und setze 20 % Hafer ein. Kann ich so der Verfettung entgegenwirken?

Auf Einstreu können Schweine Wärme schlechter abgeben. Das führt im Sommer eher zur Verfettung, zudem sind Hygienemängel möglich.

Grundsätzlich machen Sie bei der Fütterung vieles richtig. Zu Mastbeginn setzen Schweine vor allem Muskelfleisch mit Protein an, zum Mastende hin etwa viermal so viel Fett. Deshalb ist zu Mastbeginn ein ausreichendes Angebot an Aminosäuren wichtig, um Muskeln aufzubauen. Das erreichen Sie über Sojaschrot. Mit fortschreitendem Wachstum darf der Aminosäurengehalt reduziert werden. Da zum Mastende immer mehr Depotfett eingelagert wird, sollte das Energieangebot gedrosselt werden – entweder durch geringere Konzentration im Futter o

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Grundsätzlich machen Sie bei der Fütterung vieles richtig. Zu Mastbeginn setzen Schweine vor allem Muskelfleisch mit Protein an, zum Mastende hin etwa viermal so viel Fett. Deshalb ist zu Mastbeginn ein ausreichendes Angebot an Aminosäuren wichtig, um Muskeln aufzubauen. Das erreichen Sie über Sojaschrot. Mit fortschreitendem Wachstum darf der Aminosäurengehalt reduziert werden. Da zum Mastende immer mehr Depotfett eingelagert wird, sollte das Energieangebot gedrosselt werden – entweder durch geringere Konzentration im Futter oder durch Reduzierung der Menge bei gleichzeitiger Sättigung. Obwohl Sie diese Strategie befolgt haben, setzen die Schweine Fett an. Deshalb sollten Sie zusätzlich folgende Punkte prüfen: Welche Veranlagung bringen die Ferkel mit? Ist der Vater ein fleischbetonter Eber mit geringer Fettauflage oder liegen seine Qualitäten bei den Zunahmen? Ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen oder mästen Sie nur Kastrate? Letztere neigen zu stärkerer Fettauflage, erst recht bei hohen Endgewichten. Passt das Schlachtgewicht oder sind 140 kg Lebendmasse zu viel, weil die Fetteinlagerung jenseits von 120 kg reichlich zunimmt? Schweine auf Tiefstroh neigen eher zur Verfettung, da sie Wärme schlechter ableiten können und eventuell durch Hygienemängel beeinträchtigt sind. Diese Punkte können durch die Fütterung nur in Maßen ausgeglichen werden. Einige Empfehlungen sollten Sie dennoch umsetzen: Verringern Sie den Weizenanteil zugunsten der Gerste in der Anfangsmast. Starten Sie direkt mit 5 % Hafer und steigern auf bis zu 10 % in der Endmast. Das verbessert die Darmgesundheit bereits zu Mastbeginn. Achten Sie beim Mineralfutter auf ausreichende Aminosäuren- und Mineralstoffgehalte, um bedarfs- und umweltschonend zu mästen. (Folge 39-2018)