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Schafe schützen? Digital Plus

In diesem Jahr haben wir einen starken Befall mit dem Eichenprozessionsspinner in unserer Gegend festgestellt, die Eichenbäume auf unserer Schafweide sind ebenfalls davon betroffen. Ebenso wie Menschen sollen ja beispielsweise auch Rinder oder Hunde empfindlich auf die Haare dieser besonderen Raupenart reagieren. Wie ist das mit Schafen? Sollten wir besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um unsere Tiere zu schützen?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, der etwa 150 Eier ausschließlich im oberen Kronenbereich von Eichen ablegt. In der weiteren Entwicklung ziehen sich die Tiere in Gespinstnester am Stamm und Astgabeln zurück. Die Raupen schlüpfen Anfang Mai und durchlaufen bis zu ihrer Verpuppung Anfang Juli mehrere Raupenstadien. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Beim Mens

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Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, der etwa 150 Eier ausschließlich im oberen Kronenbereich von Eichen ablegt. In der weiteren Entwicklung ziehen sich die Tiere in Gespinstnester am Stamm und Astgabeln zurück. Die Raupen schlüpfen Anfang Mai und durchlaufen bis zu ihrer Verpuppung Anfang Juli mehrere Raupenstadien. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Beim Menschen kann das in den Brennhaaren enthaltene Thaumetopein zu allergischen Reaktionen führen, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen und Brennen äußern. Zudem kann es nach Einatmen dieser Brennhaare zu Reizungen in Mund- und Nasenschleimhaut kommen. Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit (Mai bis Anfang Juli) des Schädlings am größten. Zudem stellen alte Gespinstnester eine anhaltende Gefahrenquelle dar, da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen. Außerdem können sie sich auch im Unterholz der Bäume anreichern und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus. Allergische Reaktionen bei Schafen durch den Eichenprozessionsspinner sind uns aus Praxis und Literatur nicht bekannt, vermutlich weil Schafe durch ihr – im Sommer zwar kurzes – jedoch dichtes Haarkleid vor den Brennhaaren weitgehend geschützt sind. Grundsätzlich sind aber vor allem über haarlose Stellen zum Beispiel an den Schenkelinnenseiten Kontakte mit den Brennhaaren möglich. Wenn an den Schafen vermehrt­ allergische Hautveränderungen wie Rötungen, Schwellungen, Quaddeln etc. festgestellt werden, sollten diese von den Eichen ferngehalten bzw. die Eichen umzäunt werden.