Zum Inhalt springen
8 °C Münster (Westfalen)

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Tiere halten ohne Ausbildung? Digital Plus

Meine Eltern haben auf ihrem Hof früher Tiere gehalten. Nach ihrem Tod standen die Ställe leer. Jetzt würde ich gern wieder einige Rinder, Schweine und Schafe im Freien halten. Darf ich das ohne Ausbildung – das Fleisch möchte ich verkaufen?

Auch ohne landwirtschaftliche Ausbildung darf zum Beispiel ein Hoferbe Rinder und Schafe im Freien oder in Ställen halten.

Sie dürfen auch ohne landwirtschaftliche Ausbildung Schweine und Rinder in Freilandhaltung halten. Sie haben das Recht, Landwirtschaft im Nebenberuf auszuüben. Das ergibt sich aus Art. 12 Grundgesetz (freie Berufswahl). Sie müssen jedoch die Vorschriften des Tierschutzes, der Hygienevorschriften und vieles mehr beachten. Bezüglich der Direktvermarktung müssen Sie zahlreiche Regeln beachten. Zum Beispiel das Gewerberecht: Sie dürfen die selbst erzeugten und unverarbeiteten landwirtschaftlic

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Sie dürfen auch ohne landwirtschaftliche Ausbildung Schweine und Rinder in Freilandhaltung halten. Sie haben das Recht, Landwirtschaft im Nebenberuf auszuüben. Das ergibt sich aus Art. 12 Grundgesetz (freie Berufswahl). Sie müssen jedoch die Vorschriften des Tierschutzes, der Hygienevorschriften und vieles mehr beachten. Bezüglich der Direktvermarktung müssen Sie zahlreiche Regeln beachten. Zum Beispiel das Gewerberecht: Sie dürfen die selbst erzeugten und unverarbeiteten landwirtschaftlichen Produkte im Rahmen Ihres Betriebes vermarkten. Werden Urprodukte für den Verkauf gereinigt, sortiert und hergerichtet („erste Verarbeitungsstufe“), beispielsweise bei Rindern, Schweinen, Schafen und Wild, handelt es sich um einen Neben­betrieb Ihrer (Nebenerwerbs)-Landwirtschaft. Hierzu gehört Tiere schlachten und in Hälften zerlegen bzw. bei Rindern auch vierteln. Die zweite Verarbeitungsstufe wäre jedoch schon gewerblich. Hie­runter fallen eine Zerlegung in bratfertige Stücke, die Herstellung von Wurst, Schinken und dergleichen. In dem Fall müssten Sie ein Gewerbe beim Ordnungsamt anmelden. Zudem müssen Sie die einkommensteuerlichen und umsatzsteuerlichen Besonderheiten der jeweiligen Gesetze beachten sowie das Lebensmittelhygienegesetz. Je nach Intensität Ihrer Pläne sollten Sie sich individuell von einem Wirtschaftsberater der Landwirtschaftskammer und einem Steuerberater beraten lassen. Einen ersten Überblick können Sie gewinnen, indem Sie den von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz herausgegebenen Flyer „Infoservice Direktvermarktung/Einkommensalternativen, Stand Januar 2015“ im Internet einsehen. (Folge 11-2019)