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Mit Karpfen gegen den Wasserhahnenfuß? Digital Plus

Wir haben einen 5000 m2 großen Löschteich mit lehmigem Untergrund, 2,50 m tief und nahezu klarem Wasser. Vor zwei Jahren traten erstmals kleine Stellen mit Wasserhahnenfuß auf, den wir so gut es ging entfernten. Im vergangenen Jahr wuchs der Wasserhahnenfuß schon an weit mehr Stellen – wir konnten ihn aber noch entfernen. Jetzt ist der Teich nahezu vollständig mit dem Gewächs zugewuchert. Als Gegenmaßnahme haben wir einige Graskarpfen eingesetzt, die aber offenbar nicht dagegen anfressen können. Was können wir tun?

Graskarpfen können aus physiologischen Gründen erst ab Wassertemperaturen von mehr als 20 °C effektiv zur Reduzierung der Wasserpflanzen beitragen.

Das Eindämmen von Wasserpflanzenbewuchs ist besonders in klaren, nährstoffreichen Gewässern eine sehr schwierige Aufgabe. Zum Graskarpfen – auch weißer Amur oder Grasfisch genannt – kann gesagt werden, dass diese aus Asien eingeschleppte Fischart aus physiologischen Gründen erst ab Wassertemperaturen von mehr als 20 °C effektiv zur Reduzierung der Wasserpflanzen beitragen kann. Wenn diese Wassertemperaturen in den frühen Sommermonaten erreicht werden, haben die Wasserpflanzen aber bereits einen immensen Wachstumsvorsprung, sodass der Grasfischbestand der Pflanzenmenge nicht mehr Herr werden kann. Die vom Graskarpfen gefressenen Pflanzen werden zudem ni

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Das Eindämmen von Wasserpflanzenbewuchs ist besonders in klaren, nährstoffreichen Gewässern eine sehr schwierige Aufgabe. Zum Graskarpfen – auch weißer Amur oder Grasfisch genannt – kann gesagt werden, dass diese aus Asien eingeschleppte Fischart aus physiologischen Gründen erst ab Wassertemperaturen von mehr als 20 °C effektiv zur Reduzierung der Wasserpflanzen beitragen kann. Wenn diese Wassertemperaturen in den frühen Sommermonaten erreicht werden, haben die Wasserpflanzen aber bereits einen immensen Wachstumsvorsprung, sodass der Grasfischbestand der Pflanzenmenge nicht mehr Herr werden kann. Die vom Graskarpfen gefressenen Pflanzen werden zudem nicht gänzlich verdaut. Ein großer Teil der verzehrten Pflanzenmasse landet somit als Nährstoff und Saatgut auf womöglich bisher noch nicht durch Wasserpflanzen besiedeltem Gewässergrund. Da ein genaues Abschätzen der „richtigen Tiermenge“ nicht möglich ist, neigen viele Teichbesitzer dazu, ihr Gewässer mit Graskarpfen überzu­besetzen. Überbestände des Graskarpfens können ein Gewässer durchaus pflanzenleer fressen. Zu bedenken ist jedoch, dass ein angepasster Pflanzenbestand wichtiger Bestandteil eines Gewässers ist, er dient unter anderem als biologischer Filter und Sauerstoffproduzent unter Wasser. Pflanzenlose Gewässer leiden oftmals an schlechten Wasserwerten, Algenblüten, Artenverarmung und Fischsterben. Aus den genannten Gründen ist der Besatz des Grasfischs in Nordrhein-Westfalen per Fischereigesetz verboten. Wir würden Ihnen daher zu einer mechanischen Bekämpfung auf Teil-Wasserflächen raten, gute Ergebnisse konnten hierbei mit über den Bodengrund geschleppten Eggen gemacht werden. Diese rupfen die Pflanzen in der Regel mitsamt der Wurzel aus dem Teichgrund, aufschwimmende Wasserpflanzen sollten abgesammelt und aus dem Gewässer entfernt werden. Alternativ kann eine temporäre Beschattung der Wasserpflanzen mit lichtundurchlässigem Vlies oder ähnlichem Material ebenfalls den erhofften Erfolg bringen. Das auf den Pflanzenbestand aufgelegte Material beschattet die Pflanze und hemmt somit deren Wachstum bis zum vollständigen Absterben. Eine Bekämpfung mit Kalk ist in der Praxis nicht üblich. (Folge 20-2019)