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Welche Insekten im Brennholz? Digital Plus

In der vergangenen Woche habe ich Kaminholz gespalten und wurde dabei von kleinen Insekten förmlich zerstochen, sodass ich einen Arzt aufsuchen musste. Einige Exemplare füge ich bei. Leider konnte mir niemand sagen, um welches Insekt es sich handelt. Können Sie mir behilflich sein?

Die Insekten gehören zur Ordnung der Staubläuse (Psocoptera). Hierbei handelt es sich um Lepinotus patruelis. Sie sind ca. 6 mm lang und besitzen einen großen Kopf mit dünnen fadenartigen Fühlern (Antennen). Die Komplexaugen sind recht groß und treten kugelförmig hervor. Eine Besonderheit sind ihre Mundwerkzeuge, die eine Zwischenform zwischen dem kauend- beißenden Typ der Bodenläuse und dem saugenden Typ anderer Läuse, Wanzen und Zikad

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Die Insekten gehören zur Ordnung der Staubläuse (Psocoptera). Hierbei handelt es sich um Lepinotus patruelis. Sie sind ca. 6 mm lang und besitzen einen großen Kopf mit dünnen fadenartigen Fühlern (Antennen). Die Komplexaugen sind recht groß und treten kugelförmig hervor. Eine Besonderheit sind ihre Mundwerkzeuge, die eine Zwischenform zwischen dem kauend- beißenden Typ der Bodenläuse und dem saugenden Typ anderer Läuse, Wanzen und Zikaden darstellen. In der freien Natur findet man Staubläuse versteckt unter Rinden, in Holzspalten, unter Steinen, in Laubstreu, auf Blättern etc. Lepinotus patruelis findet man oft auch an kühleren Orten wie zum Beispiel in Lagerhäusern, Wohnungen, Museen und Getreide­speichern. Staubläuse sind auf einen Lebensraum mit einer hohen relativen Luftfeuchte angewiesen (ab 60 %; optimal sind 70 bis 90 % für ihre Entwicklung). Die Lebenserwartung erwachsener Tiere ist umso höher, je niedriger die Temperaturen sind und je höher die Luftfeuchte. Die Nahrung besteht überwiegend aus Schimmelpilzhyphen, Algen, Hefen und Mikroorganismen, in freier Natur auf Baumrinden, aus Moosen und Flechten. Staubläuse sind bislang noch nicht als Krankheitsüberträger identifiziert worden. Da die Tiere bei Ihnen im Kaminholz gefunden wurden, kann man davon ausgehen, dass sie unter der Rinde saßen. Sie können den Befall durch Feuchtigkeitsentzug reduzieren, indem Sie das Holz gut getrocknet ins Haus holen. Damit müsste das Problem behoben sein.