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Warum wölbt sich der Wein? Digital Plus

Unsere 35 Jahre alten Weinstöcke an der Terrasse (Südseite) sind von einer Krankheit befallen: Die Blatt­oberfläche ist stark gewölbt. Auf der Unterseite befinden sich weiße, filzartige Stellen. Woher kommt das?

Die Symptome an den Blättern Ihres Weinstockes sind durch die Rebenblattfilzgallmilbe (Eriophyes vitis) verursacht worden. Sie wird auch als Rebenpockenmilbe bezeichnet. Infolge des Befalls mit diesen winzigen, nur 0,14 bis 0,16 mm langen, frei lebenden Gallmilben kommt es zu pockenartigen Aufwölbungen auf den Oberseiten der Blätter. Auf der Unterseite befinden sich aus feinen Härchen bestehende filzige Stellen. Diese Härchen entstehen durch die Saugtätigkeit der Gallmilben. In ihrem Schutz leben...

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Die Symptome an den Blättern Ihres Weinstockes sind durch die Rebenblattfilzgallmilbe (Eriophyes vitis) verursacht worden. Sie wird auch als Rebenpockenmilbe bezeichnet. Infolge des Befalls mit diesen winzigen, nur 0,14 bis 0,16 mm langen, frei lebenden Gallmilben kommt es zu pockenartigen Aufwölbungen auf den Oberseiten der Blätter. Auf der Unterseite befinden sich aus feinen Härchen bestehende filzige Stellen. Diese Härchen entstehen durch die Saugtätigkeit der Gallmilben. In ihrem Schutz leben die Tiere. Die Gallmilben überwintern in den Knospen der Rebe. Im Frühjahr legen sie ihre Eier an den austreibenden Blättern ab. Im Laufe des Sommers entwickeln sich mehrere Generationen. Die Weibchen der letzten Generation wandern dann zu ihren Überwinterungsquartieren in den Knospen. Ein geringer Befall mit diesen Gallmilben schadet Ihren Weinstöcken nicht. Erst wenn ein großer Teil der Blattflächen so stark befallen ist wie die beiden eingesandten Blätter, wirkt es sich auf die Wuchsleistung und den Ertrag aus. Zur Bekämpfung könnten Sie gegebenenfalls die akarizide (= Milben bekämpfende) Nebenwirkung von Schwefel nutzen. Er ist zum Beispiel als Kumulus WG oder Netz-Schwefelit WG zur Bekämpfung des Echten Mehltaus an Weinreben zugelassen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, muss die erste Behandlung jedoch schon im Frühjahr zur Zeit des Knospenaufbruchs erfolgen. Dann kommen die überwinternden Weibchen an sonnigen, warmen Tagen aus ihren Winterverstecken und besiedeln die Unterseiten der sich entfaltenden Blätter. Eine weitere Behandlung ist etwa zwei Wochen später ratsam. Danach erreichen Sie die Gallmilben in ihren Filzgallen nicht mehr.