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Holzbocklarve im Fichtenstamm? Digital Plus

In einem Fichtenstamm habe ich mehrere der mitgesandten Larven gefunden. Das Holz habe ich vorsorglich verbrannt. Handelt es sich um eine Holzbocklarve? Geht davon eine Gefahr aus? Wenn ja, wie kann ich meinen Mischbestand schützen?

Mit Ihrem Tipp lagen Sie gar nicht so schlecht. In der vorgelegten Probe fand sich tatsächlich die Larve eines Bockkäfers (Cerambycidae), genauer gesagt, die des Mulmbocks Ergastes faber (Linnaeus, 1758). Der Mulmbock gilt als einer der größten Käfer unserer heimischen Fauna. Mit einer Körpergröße bis zu 6 cm, der rot- bis pechbraunen Färbung, dem Zähnchen an den Längsseiten des Halsschildes sowie seiner kräftigen Gestalt ist die Art kaum zu verwechseln. Darüber hinaus sind...

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Mit Ihrem Tipp lagen Sie gar nicht so schlecht. In der vorgelegten Probe fand sich tatsächlich die Larve eines Bockkäfers (Cerambycidae), genauer gesagt, die des Mulmbocks Ergastes faber (Linnaeus, 1758). Der Mulmbock gilt als einer der größten Käfer unserer heimischen Fauna. Mit einer Körpergröße bis zu 6 cm, der rot- bis pechbraunen Färbung, dem Zähnchen an den Längsseiten des Halsschildes sowie seiner kräftigen Gestalt ist die Art kaum zu verwechseln. Darüber hinaus sind die beiden Geschlechter durch die Skulptur des Halsschildes, die Länge der Fühler und die Färbung deutlich zu unterscheiden. Die Larve des Mulmbocks kann eine Körperlänge von gut 70 mm und eine Kopfkapselbreite von über 10 mm erreichen. Sie entwickelt sich über mehrere Jahre, vorzugsweise in alten Kiefernstöcken, gelegentlich auch in Fichte. Weiterhin finden sich die Larven auch in verbautem Nadelholz (etwa Fachwerkbauten, Zaunpfähle usw.), wobei sie bodennahe Bereiche offenbar bevorzugen. Die Fraßgänge sind im Allgemeinen oval und können beim Ausflugloch eine Größe von 15 x 25 mm aufweisen. Die Larven sind in der Lage, das Holz, in dem sie sich entwickeln, regelrecht zu zerkrümeln, zu Mulm zu verarbeiten, was den Namen des Käfers erklärt. In Deutschland scheint der Mulmbock im Osten häufiger als im Westen zu sein. Der Mulmbock bevorzugt ältere und zumeist kranke Bäume. Darüber hinaus ist die Entwicklungsdauer mit drei bis vier Jahren recht lang. Insofern besteht keine große Gefahr für Ihren Nadelwaldbestand, zumal Sie die befallenen Stammteile ja vorsorglich verbrannt haben.