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Welche Mäuse habe ich gefangen? Digital Plus

Unser Rasen bestand im Spätsommer nur noch aus Mauselöchern und den dazugehörigen Gängen. Als Gegenmaßnahme haben wir Fallen platziert. Zunächst wurden nur Wühlmäuse gefangen. Nun finden wir nur noch andere Mäuse in den Fallen. Um welche Art handelt es sich und wo kommen sie so zahlreich her?

Waldmäuse machen es sich im Winter gerne in Kellern und Schuppen bequem.

Auf dem Foto ist eine Waldmaus (Apodemus sylvaticus) zu sehen. Charakteristisch sind die großen Augen, großen Ohren, lange Hinterfüße und der etwa körperlange Schwanz, wodurch sie gut von den Wühlmäusen unterschieden werden kann. Das meist graubraune Rückenfell geht an den Flanken in die grauweiße Färbung der Bauchseite über. Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und können gut klettern.

Eigentlich wird die Waldmaus ihrem Namen nicht ganz gerecht. In unseren Breiten kommt sie zwar auch an unterholzreichen Waldrändern vor, bevorzugt aber Lebensräume in der offenen Landschaft wie Feldraine, Böschungen, Hecken, lichte Brachen und Ruderalfluren sowie...

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Auf dem Foto ist eine Waldmaus (Apodemus sylvaticus) zu sehen. Charakteristisch sind die großen Augen, großen Ohren, lange Hinterfüße und der etwa körperlange Schwanz, wodurch sie gut von den Wühlmäusen unterschieden werden kann. Das meist graubraune Rückenfell geht an den Flanken in die grauweiße Färbung der Bauchseite über. Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und können gut klettern. Eigentlich wird die Waldmaus ihrem Namen nicht ganz gerecht. In unseren Breiten kommt sie zwar auch an unterholzreichen Waldrändern vor, bevorzugt aber Lebensräume in der offenen Landschaft wie Feldraine, Böschungen, Hecken, lichte Brachen und Ruderalfluren sowie Gärten. Waldmäuse ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Sämereien und Nüssen, gelegentlich auch von Baumblüten und Pollen, Pilzen, Beeren, Insekten, Spinnen, Regenwürmern und Schnecken. Im landwirtschaftlichen und gärtnerischen Umfeld richten sie kaum Schäden an, abgesehen von vereinzeltem Fraß an frisch ausgebrachten Sämereien (etwa Zuckerrüben) oder dem Abfressen von Erdbeer-Nüsschen. Die Fortpflanzungszeit der Waldmaus liegt zwischen März und September. Im Laufe ihres Lebens, das ein Jahr meist nicht übersteigt, können die Weibchen etwa zwei bis drei Würfe mit drei bis sechs Jungtieren zur Welt bringen. Die Populationsdichten erreichen im Herbst ihren Höhepunkt. Waldmäuse haben oft große Aktionsräume und können nachts mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei nutzen sie gern die oberirdischen Laufwege von Feldmäusen und deren verlassene Nester als Unterschlupf. Gerade zum Ende einer Feldmausbekämpfung werden Waldmäuse deshalb oft in den aufgestellten Fallen gefangen. Ab Spätherbst und über den Winter hinweg bilden Waldmäuse oft kleine Familien, bestehend aus einem Elternpaar mit etwa drei bis sechs Jungtieren, die sich in Schuppen, Kellern und Wohnhäusern einnisten. Dort werden sie vor allem durch nächtliches Trippeln in Wänden und Decken lästig, aber auch durch Fraß an Nahrungsvorräten, Textilien und Büchern sowie durch Kot- und Urinausscheidungen. Im Frühjahr ziehen die Waldmäuse dann mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wieder ins Freie. (Folge 50-2019)