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Sind die Goldfische "nachgedunkelt"? Digital Plus

Vor zwei Jahren haben wir im Garten einen Teich angelegt und einige bunte Goldfische dort ausgesetzt. Diese haben recht schnell Nachwuchs bekommen. Allerdings schwimmen neben den farbigen Jungfischen auch einige dunkle Exemplare. Ist das eine besondere Farbvariante oder handelt es sich dabei gar nicht um Gold­fische?

Goldfische sind eine vor Jahrhunderten in China begonnene Züchtung aus dem ostasiatischen Giebel (Carassius gibelio). Die Fische werden dort unter anderem als Fruchtbarkeitssymbol verehrt. Die Ursprungsart, der Giebel, ist am Rücken bräunlich gefärbt, die Bauchseite ist etwas heller. Findet nun bei der Fortpflanzung ein Genaustausch statt, wird die Farbgebung der Goldfische nach den bekannten mendelschen Regeln vererbt. Dabei ist die Wildfarbe dominant, die farbige Variante rezessiv. Das bedeutet, dass sich das farb

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Goldfische sind eine vor Jahrhunderten in China begonnene Züchtung aus dem ostasiatischen Giebel (Carassius gibelio). Die Fische werden dort unter anderem als Fruchtbarkeitssymbol verehrt. Die Ursprungsart, der Giebel, ist am Rücken bräunlich gefärbt, die Bauchseite ist etwas heller. Findet nun bei der Fortpflanzung ein Genaustausch statt, wird die Farbgebung der Goldfische nach den bekannten mendelschen Regeln vererbt. Dabei ist die Wildfarbe dominant, die farbige Variante rezessiv. Das bedeutet, dass sich das farbliche Merkmal in der Kombination mit dem Gen für die dunkle Färbung nicht durchsetzt: Nur Fische, die das rezessive Farbgen rein­erbig tragen (homozygot), sind bunt. Die misch­erbigen Tiere sind wildfarben. Wenn Sie also ausnahmslos farbige Fische ausgesetzt haben, dürften die dunkle Exemplare nicht von den Besatzfischen abstammen. Vielleicht sind sie unbemerkt als Laich mit Wasserpflanzen oder mit anderen Vektoren wie Vögeln in den Teich gelangt. Dort werden die dunklen Fische sich allerdings nach und nach durchsetzen, obwohl auch immer wieder Farbvarianten in geringen Stückzahlen auftreten. Denn nach Mendels Spaltungsregel wird nur ein Teil der Nachkommen die Farb­variante aufweisen. Lediglich wenn beide Elternfische farbig sind, gibt es auch bunte Nachkommen. Allerdings können diese auch auf eine besondere Art entstehen: Giebel bzw. Goldfische besitzen nämlich die Eigenschaft der Gyno­genese. Das bedeutet, dass zur Eireifung beim Weibchen keine Verschmelzung der Gameten, also keine vorherige Befruchtung stattfinden muss. Die Nachkommen dieser Weibchen sind dann exakte genetische Repliken der Mutter. Ist diese farbig, sind auch die so entstandenen Nachkommen bunt. Das ist aber ein Sonderfall.