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Mais für die Mastenten? Digital Plus

Ich züchte als Hobby Warzenenten. Die Erpel mäste ich und schlachte sie später. Von einem befreundeten Landwirt kann ich jetzt Körnermais bekommen. Kann ich den getrockneten Mais bedenkenlos an alle meine Tiere verfüttern und sollte ich den Mais mit anderem Futter mischen?

Körnermais eignet sich gut für die Mast von Enten. Allerdings sollten die Körner grob geschrotet, gerissen oder gequetscht sein.

Mais ist ein sehr gutes Geflügelfutter. Er ist in der Fütterung von Mastgeflügel hervorragend zu verwenden. Bei Wassergeflügel ist es nicht nur der Körnermais, auch Grünmais und bei Mastgänsen sogar Maissilage sind einsetzbar.

Der Nährstoffgehalt von Körnermais kann in etwa wie folgt bewertet werden: auf 1 kg sind es 93 g Rohprotein, 40 g Rohfett, 23 g Rohfaser, 15 g Rohasche, 10 g Zucker, 92 g NDF(Neutrale Detergensfaser) und 637 g Stärke.

Das Maisöl oder Maisfett ist relativ reich an den wichtigen Fettsäuren Linolsäure und alfa-Linolensäure. Bei maisreicher Futtermischung wird der Bedarf dieser Fettsäuren sichergestellt. Mais enthält beachtliches Beta-Carotin und Xanthophylle. Dadurch ist Körnermais für das Geflügel eine Quelle für die Versorgung mit Fettsäuren und mit Eidotter-...

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Mais ist ein sehr gutes Geflügelfutter. Er ist in der Fütterung von Mastgeflügel hervorragend zu verwenden. Bei Wassergeflügel ist es nicht nur der Körnermais, auch Grünmais und bei Mastgänsen sogar Maissilage sind einsetzbar. Der Nährstoffgehalt von Körnermais kann in etwa wie folgt bewertet werden: auf 1 kg sind es 93 g Rohprotein, 40 g Rohfett, 23 g Rohfaser, 15 g Rohasche, 10 g Zucker, 92 g NDF(Neutrale Detergensfaser) und 637 g Stärke. Das Maisöl oder Maisfett ist relativ reich an den wichtigen Fettsäuren Linolsäure und alfa-Linolensäure. Bei maisreicher Futtermischung wird der Bedarf dieser Fettsäuren sichergestellt. Mais enthält beachtliches Beta-Carotin und Xanthophylle. Dadurch ist Körnermais für das Geflügel eine Quelle für die Versorgung mit Fettsäuren und mit Eidotter- und Hautpigmentstoffen. Bei Mastgeflügel ist dies oft gewünscht, beispielsweise bei „Maishähnchen“. Da im Mais keine Problemsubstanzen (Antinutritiva) vorkommen, ist seine Einsatzmenge bei Mastgeflügel im Speziellen aller Arten von Mastenten (Pekingenten, Mularden, Flugenten) aus dieser Sicht unbegrenzt. Es ist aber darauf zu achten, dass die Maiskörner trocken geerntet und gelagert werden und es so zu keiner Kontamination mit Pilzen kommt. Die Körner sollten grob geschrotet, gerissen oder gequetscht und nicht ganz zum Einsatz kommen. Dazu sollte den Tieren eine Mineralstoffmischung zur Aufnahme zur Verfügung gestellt werden. Sie fördert die Verdauung im Muskel­magen. Neben den vielen positiven Effekten der Maisfütterung muss aber berücksichtigt werden, dass Mais generell zu den proteinärmeren Getreidearten zählt. Dabei weist das Maisprotein eine ungünstige Aminosäurenzusammensetzung auf. Es enthält wenig Lysin und Tryptophan. Damit spielt auch das Mastverfahren (Mastdauer) eine Rolle. Bei einer Schnell- oder Frühmast (Enten neun bis zehn Wochen; Erpel elf bis zwölf Wochen) werden je kg Alleinfutter beim Starterfutter 9 bis 10 g Lysin und etwa 2 g Tryptophan bzw. in der Ausmast 7 bis 8 g Lysin und 1,4 bis 18 g Tryptophan benötigt. Hier wäre aus Sicht der Versorgung mit diesen Aminosäuren eine Begrenzung von 30 bis 40 % Mais in der Ration unter Beachtung der anderen Komponenten erforderlich. Sie geben nicht genau an, wie lange Sie die Tiere mästen, ob es sich um eine Früh-, Mittel- oder Langmast handelt. Ihren Äußerungen folgend gehe ich von einer Langmast aus. Deshalb sollte in den ersten zwei bis drei Lebenswochen ein Starterfutter mit 200 bis 210 g Rohprotein je kg Alleinfutter eingesetzt werden. Über den langen Zeitraum der Mast ist der Mais­anteil erhöhbar. (Folge 4-2019)