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Hanfpflanze im Hühnergehege? Digital Plus

Die mitgeschickte Pflanze wächst erstmals in unserem Hühnergehege. Sie übersteht Trockenheit, vermehrt sich von selbst und wird 2 m hoch. Eine Blüte habe ich bisher nicht feststellen können. Handelt es sich vielleicht um eine Hanfpflanze?

Kein Hanf, aber allergene Eigenschaften: Das Beifußblättrige Traubenkraut ­produziert allergenen Blütenstaub und sollte daher bekämpft werden.

Bei der Pflanze in Ihrem Garten handelt es sich nicht um Hanf, sondern um das Beifußblättrige Traubenkraut, Ambrosia artemisiifolia. Dieses einjährige Unkraut aus der Familie der Korbblütler hat leicht behaarte Stängel mit wechselständigen, fiederspaltigen Blättern. Ihre Pflanze trägt auch sehr viele Blüten, aber möglicherweise haben Sie diese nicht erkannt, da sie eher unscheinbar sind: Die grün-gelblichen männlichen Blütenköpfe sitzen in langen, traubenförmigen Blütenständen an den Enden der Triebe. Darunter befinden sich in den Blattachseln die winzigen weiblichen Blüten. Soweit es auf Ihren Bildern erkennbar war, hatten diese teilweise schon Samen gebildet. Ursprünglich stammt die Ambrosia aus Nordamerika. In Mitteleuropa ist sie bereits seit 150 Jahren bekannt. Nach dem

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Bei der Pflanze in Ihrem Garten handelt es sich nicht um Hanf, sondern um das Beifußblättrige Traubenkraut, Ambrosia artemisiifolia. Dieses einjährige Unkraut aus der Familie der Korbblütler hat leicht behaarte Stängel mit wechselständigen, fiederspaltigen Blättern. Ihre Pflanze trägt auch sehr viele Blüten, aber möglicherweise haben Sie diese nicht erkannt, da sie eher unscheinbar sind: Die grün-gelblichen männlichen Blütenköpfe sitzen in langen, traubenförmigen Blütenständen an den Enden der Triebe. Darunter befinden sich in den Blattachseln die winzigen weiblichen Blüten. Soweit es auf Ihren Bildern erkennbar war, hatten diese teilweise schon Samen gebildet. Ursprünglich stammt die Ambrosia aus Nordamerika. In Mitteleuropa ist sie bereits seit 150 Jahren bekannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Samen mit Getreidevorräten der amerikanischen Armee in verschiedene Gebiete Westeuropas eingeschleppt. Seit Anfang der 90er-Jahre hat sich die Wärme liebende Pflanze im Rhone-Tal, in der Po-Ebene und in Ungarn stark ausgebreitet. Auch in Deutschland hat ihr Auftreten in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Pflanze gedeiht auf allen Böden. Auf sonnigen, warmen und offenen Standorten wächst sie besonders gut. Sie kann bis zu 2 m hoch werden. Auf sehr trockenen Standorten wird die Ambrosia zwar nicht so groß, aber auch kleinere Pflanzen bilden Blütenstände aus. Die 3 bis 4 mm langen, eiförmigen Samen mit fünf bis sieben charakteristischen, dornartigen Fortsätzen sind häufig als Verunreinigung in Vogelfutter enthalten. Vermutlich sind sie so auch mit dem Futter in Ihren Hühnerauslauf gelangt. Die Samen bleiben über Jahrzehnte keimfähig! Die Ambrosia produziert sehr große Mengen von Blütenstaub. Dieser Pollen hat sehr allergene Eigenschaften. Schon eine sehr geringe Pollenmenge pro Kubikmeter Luft kann für eine Sensibilisierung empfindlicher Menschen ausreichen. Infolge der späten Blüte ab Ende Juli/Anfang August kann sich die Belastungszeit für Pollenallergiker bis in den Herbst hinein verlängern. Manche Menschen reagieren auch mit Hautreizungen, wenn Sie mit der Pflanze in Berührung kommen. Sie sollten deshalb die gesamte Pflanze sobald wie möglich mitsamt der Wurzel ausreißen. Ziehen Sie dazu Handschuhe an und tragen Sie einen Einweg-Atemschutz. Geben Sie die Pflanze in den Restmüll. Kontrollieren Sie Ihren Garten auf das Vorhandensein weiterer Pflanzen, vor allem dort, wo Hühnerfutter gestreut worden ist. Auch in den kommenden Jahren sollten Sie sorgfältig darauf achten, ob Ambrosien in Ihrem Hühnerauslauf aufwachsen und sie dann jeweils gleich entfernen. (Folge 44-2019)