Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Modulschaden: Vergütung niedriger? Digital Plus

2006 haben wir leistungsschwache 44-Watt-Dünnschichtmodule, rahmenlos, auf die Dächer von zwei Hähnchenställen montiert (200 kW). Durch die Schneelast sind jetzt Schäden entstanden. Wir wollen die gebrochenen Module ersetzen und dabei ein Kreuzschienensystem als Unterbau verwenden. Der Energieversorger meint, das Ganze stelle eine erneute Inbetriebnahme dar. Für die „Neuanlage“ würde der jetzt geltende Einspeisetarif gezahlt. Stimmt das?

Nach § 3 Einspeisegesetz (EEG) 2004 ist jedes Modul eine Anlage mit einem einmaligen Inbetriebnahmezeitpunkt, der dazugehörigen Vergütung und dem Vergütungszeitraum. Wurde es vor Inkrafttreten des EEG 2009 ersetzt, so erhielt das neue Modul mit dessen Inbetriebnahmezeitpunkt die neue Vergütung. Darüber sind sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Solarenergien-Förderverein Deutsch­land e. V. (SFV) im Empfehlungsverfahren 2008/19 der EEG-Clearingstelle einig. Während der SFV allerdings sagt, das gelte unabhängig davon, wie hoch die Kosten des neuen Moduls waren und ob es

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Nach § 3 Einspeisegesetz (EEG) 2004 ist jedes Modul eine Anlage mit einem einmaligen Inbetriebnahmezeitpunkt, der dazugehörigen Vergütung und dem Vergütungszeitraum. Wurde es vor Inkrafttreten des EEG 2009 ersetzt, so erhielt das neue Modul mit dessen Inbetriebnahmezeitpunkt die neue Vergütung. Darüber sind sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Solarenergien-Förderverein Deutsch­land e. V. (SFV) im Empfehlungsverfahren 2008/19 der EEG-Clearingstelle einig. Während der SFV allerdings sagt, das gelte unabhängig davon, wie hoch die Kosten des neuen Moduls waren und ob es möglicherweise im Zuge einer Gewährleistung montiert wurde, verlangt der BDEW für den neuen Inbetriebnahmezeitpunkt, dass der Anlagenbetreiber selbst ohne Gewährleistungs- und Versicherungszahlungen mehr als 50 % der Kosten einer Neuherstellung der gesamten Anlage bezahlt hat. Beträgt der Eigenanteil des Anlagenbetreibers nicht mehr als 50 %, dann gilt der Umkehrschluss. Dann muss der Netzbetreiber die alte Vergütung in dem alten Vergütungszeitraum (20 Jahre) für den Strom aus den Ersatzmodulen weiterzahlen. Das Empfehlungsverfahren ist derzeit aber noch nicht abgeschlossen. § 66 EEG 2009 bestimmt, welche Regelungen des EEG 2009 nicht für die Anlagen gelten, die vor dem 1. Januar 2009 in Betrieb genommen worden sind. § 21 Absatz 3 EEG 2009 ist auch auf Altanlagen anzuwenden. Er lautet: „Der Austausch des Generators oder sonstiger technischer oder baulicher Teile führt nicht zu einem Neubeginn oder einer Verlängerung der Frist nach Absatz 2, Satz 1, soweit sich aus den nachfolgenden Vorschriften nichts anderes ergibt.“ Da sich aus den nachfolgenden Vorschriften nichts anderes ergibt, führt der Ersatz alter oder mangelhafter Module nicht zu einer neuen Vergütung und nicht zu einer neuen Vergütungsdauer. Wird ein Modul nach dem 31. Dezember 2008 durch ein neues Modul ersetzt, muss der Netzbetreiber die alte Vergütung in dem alten Vergütungszeitraum für den Strom aus den Ersatzmodulen weiterzahlen.