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Lohnt eine PV-Eigenstromanlage? Digital Plus

Wir betreiben seit 2009 eine PV-Anlage (14 kW). Jetzt möchten wir eine weitere Anlage mit Speicher kaufen, die wir zur Eigenstromversorgung nutzen wollen. In Ausgabe 28 berichten Sie („Nur nicht abmontieren ...“), dass man genau rechnen müsse, weil die alte Anlage irgendwann aus der EEG-Vergütung falle und dann ebenfalls zur Eigenversorgung wechsele.­ Was heißt das für uns?

Für Ihre Altanlage aus 2009 erhalten Sie bis Ende 2029 eine Einspeisevergütung von 43,01 Cent je kWh. Für Ihren Strom, den Sie bislang aus dem Netz beziehen, zahlen Sie erheblich weniger. Deshalb ist die Einspeisung des Sonnenstromes derzeit viel lukrativer als der Eigenverbrauch. Das wird erst ab 2030 nicht mehr der Fall sein, wenn die feste Vergütung für die Altanlage ausläuft. Der Netzbetreiber muss den Strom aus dieser Anlage zwar weiter aufnehmen, doch der Strom wird voraussichtlich nur noch mi

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Für Ihre Altanlage aus 2009 erhalten Sie bis Ende 2029 eine Einspeisevergütung von 43,01 Cent je kWh. Für Ihren Strom, den Sie bislang aus dem Netz beziehen, zahlen Sie erheblich weniger. Deshalb ist die Einspeisung des Sonnenstromes derzeit viel lukrativer als der Eigenverbrauch. Das wird erst ab 2030 nicht mehr der Fall sein, wenn die feste Vergütung für die Altanlage ausläuft. Der Netzbetreiber muss den Strom aus dieser Anlage zwar weiter aufnehmen, doch der Strom wird voraussichtlich nur noch mit dem Börsenpreis bewertet; zurzeit liegt er unter 3 Cent/kWh. Deshalb dürfte sich ab 2030 ein Wechsel zur Eigenversorgung lohnen. Wenn Sie nun aktuell eine neue PV-Anlage mit Speicher zur Eigenversorgung planen, sollten Sie bedenken, dass Sie ab 2030 auch den Strom aus der Altanlage zur Eigenversorgung nutzen können. Das kann die Wirtschaftlichkeit der neuen Anlage stark beeinträchtigen. Das bedeutet: Die neue PV-Anlage mit Speicher wird sich vermutlich erst bei einer sehr langen Laufzeit und mit steigenden Bezugsstrompreisen rechnen. Wenn Sie Ihre Altanlage ab 2030 in den Eigenverbrauch überführen, wird die Neuanlage den Sonnenstrom vermutlich vorrangig ins Netz einspeisen, weil im Betrieb und im Haushalt nicht genügend Strom verbraucht wird. Zwar wird der Strom, den die neue PV-Anlage ins Netz einspeist, immer noch mit etwa 12 Cent/kWh vergütet. Doch im Ergebnis dürfte die Neuanlage ab 2030 viel weniger teuren Bezugsstrom verdrängen. Fraglich ist daher, ob Sie die PV-Anlage mit Speicher wirtschaftlich betreiben können. Fazit: Vor der Neuanschaffung sollten Sie sich neutral beraten lassen. Der Sachverhalt wird von ­vielen PV-Verkäufern kaum angesprochen.