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Per Laserscan den Boden absuchen? Digital Plus

Das Wochenblatt hat vor Kurzem über den Fund eines Römerlagers in der Senne berichtet. Es hieß da, ein Freizeit-Archäologe habe es auf Laserscans entdeckt, die vom Land frei zur Verfügung gestellt werden. Wie funktioniert das? Und wo kann ich solche Laserscans ausleihen?

Der von Römern angelegte Wall bei Sennestadt ist heute nur kniehoch und von Wald überwachsen. Erst ein digitaler Geländescan machte ihn sichtbar.

Das Römer-Marschlager bei Sennestadt, vor allem der 1400 m lange Wall, wurden mithilfe von „LIDAR-Scans“ entdeckt. Das Kürzel steht für „laser detection and ranging“ – Laser-Erkennung und Vermessung. Es bezeichnet eine Methode der Landvermessung aus der Luft. Dabei wird das Gelände mit Laserstrahlen abgetastet, die Daten in extrem hoher Auflösung liefern. Daraus erstellte digitale Geländemodelle können für Vo­rausberechnungen etwa in der Stadtplanung (Lärmschutz, Windverhältnisse, Hochwasserschutz), bei der Planung von Wind­rädern oder Solaranlagen oder auch bei der Vorbereitung von Mobilfunk- Stationen genutzt werden. Auch die Archäologie hat diese Daten f

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Das Römer-Marschlager bei Sennestadt, vor allem der 1400 m lange Wall, wurden mithilfe von „LIDAR-Scans“ entdeckt. Das Kürzel steht für „laser detection and ranging“ – Laser-Erkennung und Vermessung. Es bezeichnet eine Methode der Landvermessung aus der Luft. Dabei wird das Gelände mit Laserstrahlen abgetastet, die Daten in extrem hoher Auflösung liefern. Daraus erstellte digitale Geländemodelle können für Vo­rausberechnungen etwa in der Stadtplanung (Lärmschutz, Windverhältnisse, Hochwasserschutz), bei der Planung von Wind­rädern oder Solaranlagen oder auch bei der Vorbereitung von Mobilfunk- Stationen genutzt werden. Auch die Archäologie hat diese Daten für sich entdeckt und nutzbar gemacht. Schon seit Langem ist es üblich, per Luftbild oder auch mithilfe von Radaraufnahmen menschengemachte Bodenverformungen aufzuspüren. Die LIDAR-­Technik ist aber um ein Vielfaches präziser. Außerdem erlaubt sie es, Bewuchs durch Bäume, Hecken oder Büsche herauszurechnen und nur die „nackte“ Geländeoberfläche zu betrachten. Auf diese Weise konnte bereits eine Reihe bislang unbekannter Grabhügel, Befestigungsanlagen oder eben der nur 40 cm hohe Wall des Römer-Marschlagers bei Sennestadt entdeckt werden. Besonders spektakulär war im vergangenen Jahr der Fund einer kompletten Ruinenstadt der Mayas im dicht bewachsenen Regenwald Guatemalas. Für Deutschland liegen die LIDAR-­Daten flächendeckend vor. Einige Bundesländer stellen sie gegen eine Gebühr zur Verfügung. Andere bieten sie zum freien Download an. Vorreiter war hier das Land Nordrhein-Westfalen. Es hat bereits seit der Jahreswende 2016/17 die LIDAR-Daten kostenfrei zur Nutzung veröffentlicht, zu finden über das Geo-Informationsportal. Allerdings können die Daten nicht einfach wie Bild- oder Grafikdateien geladen, geklickt und betrachtet werden. Vielmehr sind spezielle Computerprogramme vonnöten, die die Daten in gängige Kartenformate oder in ein dreidimensionales Bildraster umwandeln. Neben technischen Kenntnissen verlangt die archäologische Auswertung überdies historische und landeskundliche Sachkunde – und nicht zuletzt viel Zeit. Aber wenn Sie es ausprobieren möchten: Nur zu, vielleicht finden Sie ja den Ort der Varusschlacht. www.geoportal.nrw (Folge 30-2019)