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„He Alter, mach Platz!“ Digital Plus

Durch meine arrondierten Waldflächen verlaufen Fahr- und Rückewege. Jetzt haben Mountainbiker einen Weg für ihren Sport entdeckt. Sie fahren rücksichtslos quer auch durch Anpflanzungen. Wenn ich versuche, Sie zur Rede zu stellen, werden sie frech, drohen mir sogar Prügel an („He Alter, mach Platz“). Wie verhalte ich mich?

Leider fahren Mountainbiker nicht immer auf den festen Waldwegen. Das ärgert viele Waldbesitzer – besonders wenn Kulturen beschädigt werden.

Mountainbikefahrer dürfen auf festen Wegen (nicht zu verwechseln mit befestigten Wegen) grundsätzlich zum Zwecke der Erholung fahren. Verboten ist hingegen das Radfahren abseits dieser festen Wege, beispielsweise durch Anpflanzungen. Zivilrechtlich hat der Waldbesitzer vom Grundsatz her den Unterlassungsanspruch und kann gegebenenfalls Schadenersatz geltend machen. Das Pro­blem ist allerdings, dass der

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Mountainbikefahrer dürfen auf festen Wegen (nicht zu verwechseln mit befestigten Wegen) grundsätzlich zum Zwecke der Erholung fahren. Verboten ist hingegen das Radfahren abseits dieser festen Wege, beispielsweise durch Anpflanzungen. Zivilrechtlich hat der Waldbesitzer vom Grundsatz her den Unterlassungsanspruch und kann gegebenenfalls Schadenersatz geltend machen. Das Pro­blem ist allerdings, dass der Waldbesitzer kaum eine Chance hat, die Identität oder Personalien der abseits der Wege fahrenden Mountainbiker festzustellen. Die Identitätsfeststellung ist grundsätzlich Sache der Ordnungsbehörden, ebenso die Personalienfeststellung. Das Bundeswaldgesetz NRW normiert in § 42 eine Auskunftspflicht von natürlichen und juristischen Personen gegenüber den zuständigen Behörden, im Wald also gegenüber den Mitarbeitern des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Doch die Revierbeamten des Landesbetriebs können die gesetzeswidrig fahrenden Mountainbiker kaum stellen. Sie geben im Fall des Falles schlicht und einfach „Fersengeld“. Theoretisch bestehen also einerseits Abwehransprüche des Waldbesitzers, andererseits bestehen Möglichkeiten des Ordnungsrechts für den Landesbetrieb Wald und Holz, nur sind diese Ansprüche in der Praxis kaum durchsetzbar. Alles in allem dürften diese Auskünfte für Sie unbefriedigend sein. (Folge 41-2019)