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Rasenschnitt in den Wald kippen? Digital Plus

Ich besitze einen kleinen Wald in Ortsnähe. Einige Nachbarn fahren seit Jahren Laub und Rasenschnitt aus ihren Hausgärten auf mein Grundstück. Darf ich den Wald einzäunen, um das Ablagern zu verhindern? Ein Nachbar meinte, er hätte ein Gewohnheitsrecht. Und meinen Wald einzäunen, dürfte ich sowieso nicht. Hat der Nachbar recht?

Ihre Nachbarn können sich auf kein Gewohnheitsrecht berufen. Ein solches gibt es nämlich nicht. Die Nachbarn dürfen lediglich Ihren Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Dort Laub, Rasenschnitt oder andere pflanzliche Abfälle ablagern, dürfen sie jedoch nicht, auch wenn sich das Material im Laufe der Zeit zersetzt und ungefährlich ist.

Das wilde Ablagern der Pflanzenabfälle stellt eine...

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Ihre Nachbarn können sich auf kein Gewohnheitsrecht berufen. Ein solches gibt es nämlich nicht. Die Nachbarn dürfen lediglich Ihren Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Dort Laub, Rasenschnitt oder andere pflanzliche Abfälle ablagern, dürfen sie jedoch nicht, auch wenn sich das Material im Laufe der Zeit zersetzt und ungefährlich ist. Das wilde Ablagern der Pflanzenabfälle stellt eine Eigentumsverletzung dar, gegen die Sie vorgehen können (Anruf beim Ordnungsamt, Strafanzeige). Wir gehen davon aus, dass Ihre Gemeinde in einer Ortssatzung bestimmt hat, wo Hausbesitzer ihre Gartenabfälle entsorgen müssen. Die meisten Kommunen haben Grünschnitt-Sammelstellen eingerichtet. Wer seine Gartenabfälle widerrechtlich etwa in der freien Landschaft oder im Wald entsorgt und dabei erwischt wird, muss mit einer Strafanzeige und einem Bußgeld rechnen. Ihr kleines Waldgrundstück dürfen Sie nicht einzäunen, weil nach dem Landesforstgesetz NRW ein freies Betretungsrecht im Wald gilt. Nur mit Genehmigung der Forstbehörde dürfen Waldbauern bestimmte Waldgrundstücke einzäunen, zum Beispiel um Neuanpflanzungen vor Wildverbiss zu schützen. Das Einzäunen einer Fläche wird nicht genehmigt, wenn es allein darum geht, ungebetene Gäste aus dem Wald fernzuhalten.