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Nachbar an neuem Zaun beteiligen? Digital Plus

Auf der Grundstücksgrenze zu unserem Nachbarn steht ein alter Jägerzaun. Diesen möchte ich gegen einen 1,20 m hohen Stabgitterzaun austauschen. Muss ich meinen Nachbarn über diese geplante Maßnahme informieren? Wenn ja, wie lange hat er Bedenkzeit daran mitzuwirken? Wenn er nicht mitwirken möchte, kann ich ihn trotzdem an den Kosten beteiligen? Brauche ich dafür eine Baugenehmigung?

Im Außenbereich benötigen Sie für eine Einfriedigung nach der Bauordnung NRW grundsätzlich eine Baugenehmigung.

Bei Ihrer Fragestellung zur Mitwirkung und Kostenbeteiligung durch den Nachbarn denken Sie wahrscheinlich an Bestimmungen über die Errichtung von Einfriedigungen, die das Nachbarrechtsgesetz NRW enthält. Dort ist in der Tat geregelt, dass die Mitwirkung bei der gemeinsamen Grenzeinrichtung von dem Grundstücksnachbarn verlangt werden kann, der Nachbar hierbei eine Bedenkzeit von zwei Monaten hat und die Kosten der Einfriedigung hälftig getragen werden. Dies trifft allerdings nur auf Grundstücke im Innenbereich zu und auf solche, die in einem Bebauun

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Bei Ihrer Fragestellung zur Mitwirkung und Kostenbeteiligung durch den Nachbarn denken Sie wahrscheinlich an Bestimmungen über die Errichtung von Einfriedigungen, die das Nachbarrechtsgesetz NRW enthält. Dort ist in der Tat geregelt, dass die Mitwirkung bei der gemeinsamen Grenzeinrichtung von dem Grundstücksnachbarn verlangt werden kann, der Nachbar hierbei eine Bedenkzeit von zwei Monaten hat und die Kosten der Einfriedigung hälftig getragen werden. Dies trifft allerdings nur auf Grundstücke im Innenbereich zu und auf solche, die in einem Bebauungsplan als Bauland festgesetzt sind. Beides ist in Ihrem Fall nicht gegeben. Im Außenbereich unterliegen Einfriedigungen nach der Bauordnung NRW zudem grundsätzlich einer Baugenehmigungspflicht. Eine Ausnahme besteht dann, wenn es sich bei dem Zaun um eine offene, sockellose Einfriedigung für Grundstücke handelt, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen (§ 62 Abs. 1 Nr. 7b BauO NRW). Nach Ihren Beschreibungen dürfte der 1,2 m hohe Stabgitterzaun hierunter fallen und damit ohne Baugenehmigung errichtet werden. Zudem ist der Zaun auch ortsüblich. Wir raten Ihnen dazu, Ihren Nachbarn über die geplante Maßnahme zu informieren. Da der alte Jägerzaun baufällig ist, wird er im Zweifel die Maßnahme auch unterstützen und sich gegebenenfalls an den Kosten beteiligen. Hierzu ist er allerdings nicht verpflichtet. Sollte das angrenzende Grundstück mit landwirtschaftlichen Maschinen bewirtschaftet werden und auf Ihrer Nebenerwerbsfläche keine solche Nutzungsart stattfinden, sind Sie sogar verpflichtet, mit dem Zaun 0,5 m von der gemeinsamen Grundstücksgrenze zurückzubleiben. Bei einer gleichartigen Bewirtschaftung beider Flächen wäre ein Grenzabstand nicht erforderlich. Vor diesem Hintergrund sollten Sie mit Ihrem Nachbarn in Verhandlung treten. (Folge 36-2019)