Zum Inhalt springen
8 °C Münster (Westfalen)

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Remise auf Rädern als Ersatzbau? Digital Plus

1999 konnte ich eine Hofstelle ohne Fläche kaufen. Danach pachtete ich 5000 m2 Grünland für unsere Pferde. Da ich kein privilegierter Landwirt bin, bekomme ich keine Baugenehmigung für einen Unterstand. Kann ich ohne Genehmigung eine Remise (8 m lang, 6 m breit) auf Rädern bauen und an den alten Stall stellen?

Pferdeunterstand im verschneiten Sauerland: Nur ausnahmsweise erhalten ­Hobbylandwirte eine Baugenehmigung im Außenbereich.

Ein Unterstand, der 8 m lang, 6 m breit ist und etwa 50 m2 Fläche hat, ist auch dann eine genehmigungspflichtige bauliche Anlage im Sinne von § 2 Abs. 1 BauO NW, wenn er auf Rädern steht, also mobil ist. Er soll ja im Wesentlichen am vorhandenen alten Stall stehen. Insofern greift § 65 Abs. 1 Nr. 4 BauO NW gerade nicht, wonach Gebäude bis 4 m Firsthöhe, die nur zum vorübergehenden Schutz von Pflanzen und Tieren

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Ein Unterstand, der 8 m lang, 6 m breit ist und etwa 50 m2 Fläche hat, ist auch dann eine genehmigungspflichtige bauliche Anlage im Sinne von § 2 Abs. 1 BauO NW, wenn er auf Rädern steht, also mobil ist. Er soll ja im Wesentlichen am vorhandenen alten Stall stehen. Insofern greift § 65 Abs. 1 Nr. 4 BauO NW gerade nicht, wonach Gebäude bis 4 m Firsthöhe, die nur zum vorübergehenden Schutz von Pflanzen und Tieren bestimmt sind und die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen, keiner Baugenehmigung bedürfen. Zum einen dient das Gebäude nicht nur einem vorübergehenden Schutz (sondern einem dauerhaften Schutz) für Ihre Tiere, darüber hinaus betreiben Sie keinen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb, sondern einen Hobbybetrieb. Es bleibt Ihnen grundsätzlich nur eine Option. Sie sollten prüfen, ob Sie Ihre Pferdehaltung hinsichtlich Größe, Umfang und Intensität ausweiten können, die sodann nicht mehr reine „Liebhaberei“ darstellt, sondern auf Gewinnerzielungsabsicht ausgerichtet ist. Dann nämlich wäre Ihr Bauvorhaben genehmigungsfähig. Daneben sollten Sie beim Bauordnungsamt einmal nachfragen, ob man Ihnen – ausnahmsweise – Ihr Vorhaben genehmigt, nämlich als sonstiges Vorhaben im Sinne von § 35 Abs. 2 BauGB. Dies wäre jedoch eine Einzelfallentscheidung. Lassen Sie sich fachkundig beraten, bevor Sie auf das Bauamt zugehen. (Folge 48-2019)