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Baugenehmigung für Schutzhütte? Digital Plus

Der Pächter meiner Flächen möchte zwei Schutzhütten, jeweils 3 x 3 m, für sein Weidevieh errichten. Ich habe die Landwirtschaft aufgegeben. Brauchen wir eine Genehmigung? Wer sollte die Genehmigung beantragen – der Pächter oder ich als Flächeneigentümer?

Nur Landwirte dürfen eine einfache Schutzhütte für ihre Rinder oder Schafe im Außenbereich ohne Baugenehmigung errichten.

Sie müssen für die Schutzhütten einen konkreten Bedarf nachweisen, den nicht Sie, sondern der Pächter Ihrer Flächen hat. Da Sie Ihren landwirtschaftlichen Betrieb verpachtet haben, können und sollten Sie den Bauantrag nicht selbst stellen. Nach § 62 Abs. I lit. c BauO NW kann Ihr Pächter die Schutzhütten genehmigungsfrei errichten, nämlich Gebäude bis zu 4 m Firs

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Sie müssen für die Schutzhütten einen konkreten Bedarf nachweisen, den nicht Sie, sondern der Pächter Ihrer Flächen hat. Da Sie Ihren landwirtschaftlichen Betrieb verpachtet haben, können und sollten Sie den Bauantrag nicht selbst stellen. Nach § 62 Abs. I lit. c BauO NW kann Ihr Pächter die Schutzhütten genehmigungsfrei errichten, nämlich Gebäude bis zu 4 m Firsthöhe, die nur zum vorübergehenden Schutz von Pflanzen und Tieren bestimmt sind und die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen. Da Ihr Pächter Landwirtschaft im Sinne des § 35 Abs. 1 in Verbindung mit § 201 BauGB betreibt, benötigt er keine Baugenehmigung, er sollte den Bau der Schutzhütten aber beim Kreis anzeigen. Nochmals: Der Pächter muss ernsthafte Landwirtschaft mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben. Ein reiner Hobbybetrieb darf eine solche Schutzhütte im Außenbereich nicht errichten. Eine einfache Schutzhütte kann aus rein öffentlich-rechtlicher Sicht auch ein Dritter auf Ihrem Grund und Boden errichten, dies deswegen, da genehmigungsbedürftige Vorhaben auf fremdem Grund und Boden beantragt und genehmigt werden können. Nach der Bauordnung werden Genehmigungen nämlich unbeschadet privater Rechte Dritter erteilt. (Folge 38-2019)