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Wie viel Gülle muss ich abgeben? Digital Plus

Ich bewirtschafte 45 ha Ackerland (50 % Silomais, keine Unterfußdüngung, 50 % Getreide) und halte 400 Mastschweine (stark N/P-reduzierte Fütterung) sowie 180 Mastbullen (80 bis 750 kg). Welche Maßnahmen kann ich durchführen, um möglichst viel Güllestickstoff im Betrieb zu verwerten? Muss ich Phosphat abgeben?

Wenn mehr als 170 kg N/ha aus organischen Düngern anfallen, muss Gülle abgegeben werden.

Auf Basis der von Ihnen gemachten Angaben gehe ich zur Beantwortung Ihrer Frage von folgenden Annahmen aus: 400 Schweinemastplätze mit dem Produktionsverfahren 28 bis 118 kg LM; 223 kg Zuwachs; 2,47 Durchgänge; stark N-/P-reduzierte Fütterung; Gülleanfall, 180 Mastbullen bis 750 kg (sieben bis zwölf Monate); Gülleanfall, Silomaisertrag 450 dt/ha, Getreide: Winterweizenanbau, 12 % Protein, 80 dt/ha, Stroh verbleibt auf dem Acker. Folgende Punkte sind zu beachten: 170er-N-Obergrenze: Auf Basis dieser Vorgaben fallen in Ihrem Betrieb über die Tierproduktion jährlich 10.940 kg N und 4033 kg P2O5 an. Nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste ergibt sich bei einer Bewirtschaftungsfläche von 45 ha eine bei der N-Obergrenze anrechenbare N-Menge von 20

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Auf Basis der von Ihnen gemachten Angaben gehe ich zur Beantwortung Ihrer Frage von folgenden Annahmen aus: 400 Schweinemastplätze mit dem Produktionsverfahren 28 bis 118 kg LM; 223 kg Zuwachs; 2,47 Durchgänge; stark N-/P-reduzierte Fütterung; Gülleanfall, 180 Mastbullen bis 750 kg (sieben bis zwölf Monate); Gülleanfall, Silomaisertrag 450 dt/ha, Getreide: Winterweizenanbau, 12 % Protein, 80 dt/ha, Stroh verbleibt auf dem Acker. Folgende Punkte sind zu beachten: 170er-N-Obergrenze: Auf Basis dieser Vorgaben fallen in Ihrem Betrieb über die Tierproduktion jährlich 10.940 kg N und 4033 kg P2O5 an. Nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste ergibt sich bei einer Bewirtschaftungsfläche von 45 ha eine bei der N-Obergrenze anrechenbare N-Menge von 202 kg/ha. Mit 202 kg/ha N wird die vorgegebene N-Obergrenze von 170 kg/ha N um 32 kg/ha N überschritten. Das bedeutet, dass bei der jetzigen Tierhaltung jährlich 1440 kg N abgegeben werden müssen. Erfolgt der N-Export über die Mastschweinegülle (5 % TS, 5,5 kg N/m3, 2,8 kg P2O5/m³), entspricht dies 262 m³. Mit 262 m³ werden gleichzeitig 734 kg P2O5 exportiert. N-/P2O5-Salden: Über die Pflanzenproduktion werden bei Strohdüngung von den Flächen insgesamt 8017 kg N und 3263 kg P2O5 abgefahren. Unter Berücksichtigung der zulässigen N-Aufbringverluste und ohne Berücksichtigung der oben geschilderten Exportmengen ergibt sich ein N-Saldo von –8 kg/ha und ein P2O5-Saldo von +17 kg/ha. Werden in die Saldenberechnung die erforderlichen Nährstoffexporte zur Einhaltung der 170er-N-Obergrenze von beispielsweise 262 m³ Schweinegülle einbezogen, ergibt sich ein N-Saldo von +7,9 kg/ha und ein P2O5-Saldo von 0,8 kg/ha. Fazit: Unter Berücksichtigung der von Ihnen gemachten Angaben und den daraus abgeleiteten erforderlichen Annahmen wirkt die 170er-­N-Obergrenze der Düngeverordnung in Ihrem Betrieb limitierend auf den Einsatz des im eigenen Betrieb anfallenden Wirtschaftsdüngers. Nach Abzug der erforderlichen N-Exporte zur Einhaltung der 170er-N-Obergrenze ergeben sich N- und P-Salden, die unter den Kontrollwerten von 50 kg/ha N und 10 kg/ha P2O5 der Düngeverordnung liegen. Folglich besteht keine Notwendigkeit, zusätzlich Phosphat abzugeben. Bei einem N-Saldo von knapp 8 kg/ha kann der nach Abzug der erforderlichen Exporte verbleibende organische Stickstoff komplett im ­Betrieb verwertet werden. Zusätzlich ist eine mineralische N-Ergänzungsdüngung in Höhe von 42 kg/ha im Betriebsdurchschnitt im Mittel von drei Jahren möglich. (Folge 42-2019)