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Bodenschäden bei Erdgasleitung Digital Plus

Ein Gasversorger hat ein Leck in seiner Ferngasleitung auf meinem Acker festgestellt. Jetzt, nach der Ernte, haben Baufahrzeuge eine 100 m lange Baugrube ausgehoben und den Boden verdichtet, weil der Acker durch Nässe an einigen Tagen eigentlich nicht befahrbar war. Die Bauarbeiten sollen fünf Wochen dauern, bis zur Herbstbestellung soll alles fertig sein. Welche Entschädigung kann ich fordern? Worauf sollte ich sonst noch achten?

Nach Ihrer Schilderung könnte ein schwerer Verstoß gegen das Bundesbodenschutzgesetz vorliegen. In der Fachwelt ist anerkannt, dass bei derartigen Bauarbeiten starke Bodenverdichtungen vermieden werden können, indem Baustraßen angelegt werden. Das kann durch Stahlplatten erfolgen oder auch Kiesschichten, die über ein Bodenvlies verlegt werden. Darauf können die schweren Baufahrzeuge fahren. So kann man Verdichtungen im Unterboden vermeiden, die auch durch eine spätere Tiefenlockerung nur noch schwer zu beheben sein werden. Es ist zwar verständlich, dass der Versorger das Leck in der...

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Nach Ihrer Schilderung könnte ein schwerer Verstoß gegen das Bundesbodenschutzgesetz vorliegen. In der Fachwelt ist anerkannt, dass bei derartigen Bauarbeiten starke Bodenverdichtungen vermieden werden können, indem Baustraßen angelegt werden. Das kann durch Stahlplatten erfolgen oder auch Kiesschichten, die über ein Bodenvlies verlegt werden. Darauf können die schweren Baufahrzeuge fahren. So kann man Verdichtungen im Unterboden vermeiden, die auch durch eine spätere Tiefenlockerung nur noch schwer zu beheben sein werden. Es ist zwar verständlich, dass der Versorger das Leck in der Gasleitung schnell reparieren will. Da die Bauarbeiten jedoch bis zu fünf Wochen dauern, ist es legitim und zumutbar, dass der Verursacher Maßnahmen zum Schutz des Bodens ergreift. Er sollte beim Ausheben der Baugrube zudem die Bodenschichten separieren und getrennt lagern. Da Sie die Ernte bereits eingebracht haben, können Sie hierfür keinen Ersatz fordern. Alsdann können Sie fordern, dass die Flächen der Baugrube und der Fahrstraßen sauber rekultiviert werden. Bestehen Sie unbedingt auf einer Tiefenlockerung und dass die Bodenschichten im Bereich der Baugrube wiederhergestellt werden. Der Versorger muss Ihnen die zukünftigen Ertragsverluste ausgleichen. Dazu wird Ihnen das Unternehmen wahrscheinlich eine pauschale Entschädigung anbieten, auf die Sie sich nicht einlassen sollten. Mit Blick auf das grobe Fehlverhalten der Baufirma sollten Sie verlangen, dass ein Gutachter zumindest die nächsten Jahre die Ertragsminderung jeweils exakt ermittelt. Ebenso haben Sie Anspruch auf Ersatz von Mehraufwendungen, die Ihnen etwa durch die schwierigeren Ackerarbeiten entstehen. Letztlich können Sie auch Schadenersatz verlangen, falls die Ertragsfähigkeit örtlich begrenzt auf die Fahrstraßen und die Baugruben dauerhaft eingeschränkt wird. Den Wertverlust des Bodens müssen Sie gutachterlich feststellen lassen. Der Versorger muss Ihnen diesen Wertverlust ausgleichen.