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Wieso kränkelt der Kirschbaum? Digital Plus

An unserem mittlerweile 16 Jahre alten Kirschbaum haben wir keine rechte Freude. Die Früchte fallen meist ab oder sehen unansehnlich aus. Das Laub zeigt schon im Frühsommer braune Flecken und wirkt zerfressen. Woran liegt es und wie kommen wir zu einer guten Kirschenernte?

Pilzinfektionen wie die Schrotschusskrankheit gibt es bei Kirschen oft. Sie schwächen die Bäume.

Die Blätter Ihres Kirschbaumes sind von der Sprühfleckenkrankheit befallen. Diese Pilzkrankheit ist bei Süß- und Sauerkirschbäumen weitverbreitet. Etwa ab Juni bilden sich auf den Blättern viele kleine, punktförmige, violette Flecken. Später verfärbt sich das Blatt gelb bis rötlich und fällt vorzeitig ab. Die Infektion erfolgt im Frühjahr: Die Pilzsporen werden aus Falllaub vom Vorjahr geschleudert und besiedeln die frischen, jungen Blätter. Anhaltend feuchte Witterung begünstigt die Krankheitsausbreitung. Flecken an den Früchten werden oft vom Kirschenschorf verursacht. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Pilzkrankhe

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Die Blätter Ihres Kirschbaumes sind von der Sprühfleckenkrankheit befallen. Diese Pilzkrankheit ist bei Süß- und Sauerkirschbäumen weitverbreitet. Etwa ab Juni bilden sich auf den Blättern viele kleine, punktförmige, violette Flecken. Später verfärbt sich das Blatt gelb bis rötlich und fällt vorzeitig ab. Die Infektion erfolgt im Frühjahr: Die Pilzsporen werden aus Falllaub vom Vorjahr geschleudert und besiedeln die frischen, jungen Blätter. Anhaltend feuchte Witterung begünstigt die Krankheitsausbreitung. Flecken an den Früchten werden oft vom Kirschenschorf verursacht. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Pilzkrankheit, mit einem ähnlichen Vermehrungszyklus wie die Sprühfleckenkrankheit. Treten die Pilzinfektionen über mehrere Jahre verstärkt auf, kann der Baum dauerhaft geschwächt werden. Er wird dann krankheitsanfällig. Sie sollten das abgefallene Laub und die schadhaften Früchte regelmäßig zusammenkehren und entsorgen. Dadurch verhindern Sie, dass die Sporen im kommenden Jahr auf die Bäume gelangen können. Für eine chemische Bekämpfung der Erreger sind im Haus- und Kleingartenbereich derzeit keine Pflanzenschutzmittel zugelassen. Dass sich ein Teil der jungen Kirschen nicht vollständig entwickelt, ist im Übrigen ganz natürlich. Der Grund dafür liegt in einer unzureichenden Befruchtung. Die meisten Süßkirschensorten setzen nur gut Früchte an, wenn die Blüte vom Pollen einer weiteren Sorte bestäubt wurde. Zu Ihrer Sorte ‘Regina’ passen zum Beispiel die Sorten ‘Sylvia’, ‘Sweetheart’ oder ‘Schneiders Späte Knorpelkirsche’. Ist keine Befruchtersorte in der Nähe und herrscht dann noch kaltes und regnerisches Wetter während der Blüte, sodass Bienen, Hummeln und andere Bestäuberinsekten nur wenige Tage zum Blütenbesuch nutzen können, bildet der Baum nur wenige Früchte. Eine Kältephase kurz nach der Blüte kann die jungen Früchte ebenfalls so stark in ihrer Entwicklung bremsen, dass sie vom Baum wieder abgestoßen werden. Diese Früchte bleiben klein und hart, verfärben sich gelbbraun bis rötlich und fallen dann vorzeitig im Juni ab. (Folge 28-2019)