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PV-Anlage nicht als Gewerbe? Digital Plus

Wir haben uns eine PV-Anlage (5 kW) aufs Hausdach montieren lassen. Den Strom wollen wir größtenteils selbst nutzen, nur der Überschuss geht für 0,125 € an die Stadtwerke. Der Handwerker meinte, wenn wir auf Erstattung der Umsatzsteuer verzichten, wäre es eine private Anlage. Die Umsatzsteuer aus dem Stromverkauf müssten wir dann nicht abführen. Richtig?

Bei der Umsatzsteuer wird zunächst unterschieden, ob der Betreiber einer PV-Anlage Kleinunternehmer ist. Kleinunternehmer können beispielsweise Altenteiler sein, deren Umsatz mit der PV-Anlage weniger als 17.500 €/Jahr beträgt. Als Kleinunternehmer könnten Sie den Strom an die Stadtwerke verkaufen und müssten hieraus keine 19 % Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Für den selbst verbrauchten PV-Strom müssten Sie ebenfalls keine Umsatzsteuer abführen.

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Bei der Umsatzsteuer wird zunächst unterschieden, ob der Betreiber einer PV-Anlage Kleinunternehmer ist. Kleinunternehmer können beispielsweise Altenteiler sein, deren Umsatz mit der PV-Anlage weniger als 17.500 €/Jahr beträgt. Als Kleinunternehmer könnten Sie den Strom an die Stadtwerke verkaufen und müssten hieraus keine 19 % Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Für den selbst verbrauchten PV-Strom müssten Sie ebenfalls keine Umsatzsteuer abführen. Spiegelbildlich können Kleinunternehmer aus der Anschaffung der PV-Anlage auch keine Vorsteuer abziehen und sich vom Finanzamt erstatten lassen. Sind Sie als Betreiber einer PV-Anlage kein Kleinunternehmer, weil Ihr Umsatz mehr als 17.500 €/Jahr beträgt oder weil Sie die Kleinunternehmerregelung abgewählt haben, können Sie weiter wählen, ob Sie die PV-Anlage insgesamt Ihrem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zuordnen oder nicht. Haben Sie die PV-Anlage zu 100 % Ihrem Unternehmensvermögen zugeordnet, können Sie aus der Anschaffung der PV-Anlage den vollen Vorsteuerabzug geltend machen. Dafür müssen Sie den verkauften Strom gegenüber den Stadtwerken mit 19 % Mehrwertsteuer abrechnen und den Selbstverbrauch ebenfalls der Umsatzsteuer unterwerfen. Weiter müssen Sie vierteljährlich Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt abgeben und Umsatzsteuer abführen. Verkaufen Sie den überschüssigen Strom an die Stadtwerke, haben Sie damit ein Gewerbe eröffnet. Damit können Sie die PV-Anlage nicht „privat“ betreiben und die daraus erzielten Einnahmen unversteuert lassen.