Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

PV-Anlage an den Sohn verkaufen? Digital Plus

Seit 2007 betreibe ich (65) eine PV-Anlage (30 kW). Mein Sohn möchte sie kaufen. Die Anlage hat pro Jahr zwischen 27.475 kWh und 31.024 kWh Strom erzeugt, den wir für 0,4921 € ins Netz einspeisen. Was kann ich für die Anlage (Neupreis 116.000 € plus MwSt.) fordern? Ist der Verkauf steuerfrei? Kann der Sohn weiter die Abschreibung nutzen? Muss ein Notar das Geschäft beurkunden?

Den Kaufvertrag müssen Sie nicht notariell beurkunden lassen. Zivilrechtlich reicht ein mündlich geschlossener Kaufvertrag. Gegenüber dem Finanzamt sollte man jedoch immer die Schriftform wählen. Für die Ermittlung des Kaufpreises sind die Interessen von Verkäufer und Käufer maßgebend. Der Käufer will mit dem Kauf der Anlage eine möglichst hohe Rendite erzielen. Der Verkäufer ist an einem Verkaufserlös interessiert, der höher sein soll, als sein Kapitalkonto. Der Preis für eine gebrauchte PV-Anlage berechnet

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Den Kaufvertrag müssen Sie nicht notariell beurkunden lassen. Zivilrechtlich reicht ein mündlich geschlossener Kaufvertrag. Gegenüber dem Finanzamt sollte man jedoch immer die Schriftform wählen. Für die Ermittlung des Kaufpreises sind die Interessen von Verkäufer und Käufer maßgebend. Der Käufer will mit dem Kauf der Anlage eine möglichst hohe Rendite erzielen. Der Verkäufer ist an einem Verkaufserlös interessiert, der höher sein soll, als sein Kapitalkonto. Der Preis für eine gebrauchte PV-Anlage berechnet sich in aller Regel nach Ertragsgesichtspunkten. Maßgeblich ist die Verzinsung der geplanten Erträge nach dem Verkauf. Im Schnitt der Jahre haben Sie rund 29.000 kWh Strom erzeugt. Das entspricht in etwa einem monatlichen Betrag von 1.200 €. Unter Berücksichtigung der Restlaufzeit der Anlage von 13 Jahren und einem Zinssatz von 8 % ergibt sich ein Barwert von rund 118.000 €. Auf dieser Basis sollten Sie mit dem Käufer verhandeln. Soll der Sohn Darlehnsverbindlichkeiten als Teil des Kaufpreises übernehmen, müssen Sie Kontakt mit der Bank/Sparkasse aufnehmen, unter welchen Bedingungen das möglich ist. Mit der PV-Anlage wollen Sie einen Gewerbebetrieb verkaufen. Weil Sie das 55. Lebensjahr erreicht haben, steht Ihnen ein Freibetrag von bis zu 45.000 € zur Verfügung. Zu berücksichtigen ist, dass der Freibetrag nur einmal im Leben gewährt wird. Den darüber hinausgehenden Betrag müssen Sie nur mit dem „halben Steuersatz“ versteuern. Der Sohn kann den Kaufpreis über die restliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer – in Ihrem Fall 13 Jahre – linear abschreiben. Er kann auch den Investitionsabzugsbetrag (IAB) bzw. eine Sonder-Abschreibung von 20 % nutzen, sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen.