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Kassiert das Finanzamt nach Erbfall? Digital Plus

Den Beitrag „Böse Steuerfalle für Witwe“ (Ausgabe 30) habe ich mit Interesse gelesen. Ich bin 82 und Witwer. Mein 8 ha großer Hof ist verpachtet und befindet sich im Betriebsvermögen. Nach meinem Tod sollen meine zwei Kinder den Hof zu gleichen Teilen erben. Da sie auswärts wohnen, werden sie wohl alles verkaufen. Droht in diesem Fall ebenfalls die geschilderte Steuerfalle?

Nach dem Tod eines Landwirtes drohen hohe steuerliche Zahlungen, wenn die Erben den Hof verkaufen und den ­Erlös aufteilen.

Sie gehen offensichtlich davon aus, dass nach Ihrem Tod Ihre zwei Kinder den Hof verkaufen und den Erlös aufteilen. Der Verkauf des Hofes führt zur Aufdeckung von sämtlichen stillen Reserven und ist einkommensteuerpflichtig. Eine Steuervergünstigung (ermäßigter Steuersatz und Freibetrag) erhalten die Kinder nur, wenn sie das 55. Lebensjahr vollendet haben. Unabhängig davon könnten auch noch Erbschaftsteuerbelastungen auf die Kinder zukommen. Wenn nämlich Ihre Kinder innerhalb von

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Sie gehen offensichtlich davon aus, dass nach Ihrem Tod Ihre zwei Kinder den Hof verkaufen und den Erlös aufteilen. Der Verkauf des Hofes führt zur Aufdeckung von sämtlichen stillen Reserven und ist einkommensteuerpflichtig. Eine Steuervergünstigung (ermäßigter Steuersatz und Freibetrag) erhalten die Kinder nur, wenn sie das 55. Lebensjahr vollendet haben. Unabhängig davon könnten auch noch Erbschaftsteuerbelastungen auf die Kinder zukommen. Wenn nämlich Ihre Kinder innerhalb von sieben Jahren nach dem Erbgang den Betrieb verkaufen, wird der Hof höher bewertet und unterliegt (teilweise) der Versteuerung. Das bedeutet: Würden sie den Hof zum Beispiel nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Erbgang verkaufen, käme es nur zu einer Freistellung von der Erbschaftsteuer in Höhe von 2/7. Ob Ihre Kinder unterm Strich Erbschaftsteuer zahlen müssen, können wir so allgemein nicht beantworten, weil jedem Kind bei der Erbschaftsteuer ein persönlicher Freibetrag von 400.000 € zusteht. Aus diesem Grunde sollten Sie überlegen, ob Sie nicht gegenüber dem Finanzamt schriftlich eine Betriebsaufgabe erklären. Eine solche lebzeitige Betriebsaufgabe macht unseres Erachtens aber nur dann Sinn, wenn daraus keine oder nur geringe Einkommensteuerzahllasten entstehen. Wir empfehlen, sich vor diesem Schritt durch eine Landwirtschaftliche Buchstelle bzw. einen Steuerberater beraten zu lassen. Sollte der Betrieb nach dem Erbgang nicht verkauft werden, so führen ihn die Kinder weiter im steuerlichen Betriebsvermögen. Aus der erzielten Pacht würden die Kinder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielen. (Folge 46-2019)