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Jagd steuerlich wie behandeln? Digital Plus

2012 habe ich meinen Betrieb sowie die verpachteten Flächen meinem Sohn übertragen. Für einen Teil der Flächen (Eigenjagd) habe ich mir einen Nießbrauch eintragen lassen und das Recht zur Ausübung der Jagd vorbehalten. Gesamtgröße der Jagd 600 ha; davon sind 150 ha Angliederungsflächen und 200 ha von der Jagdgenossenschaft gepachtete Flächen. Wie muss ich die Eigenjagd steuerlich behandeln?

Übertragen Sie Ihren landwirtschaftlichen Betrieb unentgeltlich als Ganzes auf den Sohn und behalten sich den unentgeltlichen und lebenslangen Nießbrauch an einem oder mehreren einzelnen Grundstücken vor, so kann dies mit der Betriebsübergabe zu einer Zwangsentnahme dieser Grundstücke führen. Dies ist dann der Fall, wenn das Wirtschaftsgut dauerhaft der betrieblichen Nutzung durch den Sohn entzogen ist. Kurz: Es kommt auf die Ausformulierung im Übergabevertrag an, vor allem, ob die Pachterlöse dem Sohn zustehen und damit diese Flächen bei ihm zumindest...

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Übertragen Sie Ihren landwirtschaftlichen Betrieb unentgeltlich als Ganzes auf den Sohn und behalten sich den unentgeltlichen und lebenslangen Nießbrauch an einem oder mehreren einzelnen Grundstücken vor, so kann dies mit der Betriebsübergabe zu einer Zwangsentnahme dieser Grundstücke führen. Dies ist dann der Fall, wenn das Wirtschaftsgut dauerhaft der betrieblichen Nutzung durch den Sohn entzogen ist. Kurz: Es kommt auf die Ausformulierung im Übergabevertrag an, vor allem, ob die Pachterlöse dem Sohn zustehen und damit diese Flächen bei ihm zumindest geduldetes Betriebsvermögen darstellen. Die Jagd gehört nur dann zur Land- und Forstwirtschaft, wenn sie auf einem Jagdrevier ausgeübt wird, das zumindest überwiegend aus eigenen sowie selbst bewirtschafteten Pachtflächen besteht. Wird hingegen die Jagd – wie in Ihrem Fall – auf nicht selbst bewirtschafteten Flächen ausgeübt, so stellt sie regelmäßig eine steuerliche unbeachtliche Liebhaberei dar. Der Aufwand mit der Eigenjagd ist daher steuerlich nicht abzusetzen. Ist die Nutzung der Eigenjagd nicht mehr Ausfluss eines selbst bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, fallen die im Rahmen der Jagd getätigten Umsätze umsatzsteuerlich unter die Regelbesteuerung. Bis zu einem Umsatz bis 17.500 € im Kalenderjahr fällt wegen der Kleinunternehmerregelung jedoch keine Umsatzsteuerzahllast an. Da offensichtlich kein steuerlich anzuerkennender land- und forstwirtschaftlicher Betrieb vorliegt, ist der Aufwand für die Angliederungsflächen ebenfalls steuerlich nicht anzuerkennen. Das Gesagte gilt auch für die Flächen, die Sie von der Jagdgenossenschaft gepachtet haben. Nach alldem können Sie die gesamten Jagdaufwendungen mangels Gewinnerzielungsabsicht steuerlich wohl nicht abziehen. Eine Aufteilung in abziehbare und nicht abziehbare Kosten ist ebenfalls nicht möglich.