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Darlehensverträge umwandeln? Digital Plus

Als Hofbewirtschafter haben wir mehrere Kreditverträge mit kurzen Laufzeiten mit den Eltern (beide älter als 80 Jahre) abgeschlossen. Sollten wir die Verträge nicht kündigen und in einen langfristigen Vertrag umwandeln, der über das Erleben der Eltern hinausgeht – also 20 bis 25 Jahre? Was sollten wir beachten?

Da passt das Finanzamt auf: Kreditverträge mit der Tochter oder dem Sohn müssen einem Fremdvergleich standhalten.

Kreditverträge unter Angehörigen werden steuerlich anerkannt, wenn sie zivilrechtlich wirksam geschlossen wurden und wie vereinbart durchgeführt werden. Der Vertrag muss – um jeden Missbrauchsverdacht auszuräumen – einem Fremdvergleich standhalten. Als Vergleichsmaßstab dienen Laufzeit, Zinshöhe, Sicherheiten und Rückzahlungsmodalitäten wie bei Banken und Sparkassen auch. Dabei sollte man langlebige Wirtschaftsgüter langfristig finanzieren. Allerdings ist selbs

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Kreditverträge unter Angehörigen werden steuerlich anerkannt, wenn sie zivilrechtlich wirksam geschlossen wurden und wie vereinbart durchgeführt werden. Der Vertrag muss – um jeden Missbrauchsverdacht auszuräumen – einem Fremdvergleich standhalten. Als Vergleichsmaßstab dienen Laufzeit, Zinshöhe, Sicherheiten und Rückzahlungsmodalitäten wie bei Banken und Sparkassen auch. Dabei sollte man langlebige Wirtschaftsgüter langfristig finanzieren. Allerdings ist selbst bei Hypothekardarlehen eine Laufzeit von 25 Jahren unüblich. Bekannt sind Laufzeiten von höchstens 20 Jahren. Ist keine Sicherheit bestellt, etwa eine Grundschuld, handelt es sich um ein Blankodarlehen, bei dem ein entsprechender Zinsaufschlag zu vereinbaren wäre. Dient das Darlehen der Finanzierung von betrieblichen Vermögensgegenständen, ist das Finanzamt bei der Prüfung der Anerkennung eines Angehörigendarlehens weniger kritisch. Wird das Darlehen steuerlich anerkannt, wären bei Ihnen die gezahlten Zinsen eine Betriebsaus­gabe. Ihre Eltern müssten die Zinserträge als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern. Ist zum Todeszeitpunkt der Eltern das Darlehen noch nicht getilgt, erlischt zwar zivilrechtlich durch den Erbgang die Darlehensforderung der Eltern. Das gilt erbschaftsteuerlich aber nicht. Soweit Sie die Darlehensschuld nicht mehr zu erfüllen brauchen, gelten Sie erbschaftsteuerlich als bereichert und müssen den Wegfall der Darlehensverbindlichkeit versteuern. Nach Ihren Eltern steht Ihnen dafür ein persönlicher Freibetrag von 400.000 € zur Verfügung. (Folge 35-2019)