Die Schnäbel der Spezialisten: Schnabelformen von Vögeln

Die Schnäbel von Vögeln verraten euch, wovon sich die Federtiere ernähren. Die Natur hat nämlich jedem Vogel das passende „Werkzeug“ für die Nahrungsaufnahme gegeben.

Schnabelformen

Die Schnäbel von Vögeln sind unterschiedlich geformt. Einige sind groß und lang, andere kurz und spitz. Die Form eines Schnabels hat immer damit zu tun, was der Vogel frisst und wo er lebt. Muss ein Vogel seine Nahrung erst noch jagen und töten, besitzt der Schnabel andere Eigenschaften, als bei einem Vogel, der vorhandenes Futter nur noch einsammeln muss.

Die Pinzette

Es gibt Vögel, die fressen gern getrocknete Beeren und Rosinen, Apfelstückchen oder Mehlwürmer. Um sie aufspießen und verspeisen zu können, brauchen sie einen Schnabel, der so genau zupacken kann wie eine Pinzette. Zum Beispiel haben Rotkehlchen, Drosseln, Stare, Zaunkönige, Heckenbraunellen, Kleiber, Baumläufer und Spechte einen solchen länglichen, spitz zulaufenden, schmalen Schnabel.

Kleiber (Bildquelle: Kurt Bouda / Pixabay)

Der Nussknacker

Wer gerne Sonnenblumenkerne, Buchweizen, Haferflocken und Mohn knackt, braucht einen kräftigen Schnabel. Ist er dann noch klein und kompakt, kann er sogar harte Schalen aufbrechen. Viele unserer Gartenvögel wie Buch- und Grünfinken, Kernbeißer, Zeisige, Stieglitze, Meisen, Gimpel und Spatzen sind mit ihren Schnäbeln dazu in der Lage.

Seidenschwanz (Bildquelle: Skyler Ewing / Pexels)

Die Säge

Eine Besonderheit sind die Säger: Diese entenähnlichen Vögel haben sich auf den Fischfang spezialisiert. Ihre Schnäbel haben daher an den Seiten kleine Sägen, die den schlüpfrigen Fisch besonders gut packen können.

Gänsesäger (Bildquelle: Alexas_Fotos / Pixabay)

Der Haken

Greifvögel und Eulen erspähen ihre Beute wie Mäuse und andere Kleinvögel und greifen mit ihren Fängen nach ihnen. Weil die Jäger das feste Fleisch ihrer Beute erst zerlegen müssen, um es zu fressen, ist der Schnabel wie ein Haken geformt und besitzt scharfe Kanten.

Turmfalke (Bildquelle: Herbert Aust / Pixabay)

Der Löffel

Löffelschnäbel gehören Wasservögeln wie Enten und Schwänen. Die breiten, vorne abgerundeten Schnäbel eignen sich perfekt dazu, einen Teich nach Nahrung wie Wasserinsekten und Grünpflanzen abzusammeln. Diese bleiben im Schnabel hängen und werden verspeist. Wenn Enten mit dem Kopf unter Wasser nach Nahrung suchen, heißt das in der Fachsprache „gründeln“.

Stockente (Bildquelle: Ellie Burgin / Pexels)

Das Multitalent

Von harten Eicheln über glitschige Würmer bis zu Abfällen aus dem Haushalt – es gibt Vögel, die fressen fast alles. Dazu gehören etwa der Eichelhäher, die Dohle und die Elster. Ihre Schnäbel müssen vielseitig einsetzbar, kräftig und kantig sein. Die Allesfresser sind dann so geschickt mit dem Schnabel, dass sie Nüsse knacken und Würmer zerteilen können.

Eichelhäher (Bildquelle: ©Lothi / stock.adobe.com)


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