Ohne Jagdschein keine Jagdwaffen?

Da ich nicht mehr die Gelegenheit habe, zur Jagd zu gehen, habe ich den Jagdschein nicht mehr gelöst. Nun meldet sich die Kreispolizei bei mir und will, dass ich die Jagdwaffen abgebe bzw. unbrauchbar machen lasse. Kann ich dies auch selbst tun und die Waffen dann behalten? Außerdem dürfte ich keine Munition mehr zu Hause haben. Stimmt das?

Zu den Voraussetzungen für den berechtigten Waffenbesitz zählt regelmäßig ein anerkanntes Bedürfnis. Der Jäger weist dieses durch den gelösten Jahresjagdschein nach; die konkrete Ausübung der Jagd ist hierfür nicht erforderlich.

Löst ein Jäger dauerhaft oder endgültig keinen Jagdschein mehr, kann die Behörde sein Bedürfnis infrage stellen und die Waffen einziehen. Wenn Sie Ihre Waffe behalten möchten, ist es ratsam, den Jagdschein wieder zu lösen.

Der gültige Jahresjagdschein ist auch die Erwerbs- und damit die Besitzberechtigung für jagdliche Langwaffenmunition. Ohne gelösten Jagdschein besitzen Sie Ihre Munition ohne erforderliche Erlaubnis. Auch hier ist dringend zu raten, den Jagdschein zu lösen.

Um eine Waffe dauerhaft nach den Anforderungen des Gesetzes (Anlage 1 zum Waffengesetz) unbrauchbar zu machen, sind Arbeiten vorzunehmen, die allesamt erlaubnispflichtige Waffenbearbeitung darstellen und folglich nur von dem Inhaber einer Waffenherstellungserlaubnis (Büchsenmacher) durchgeführt werden dürfen. Anschließend müsste die Waffe noch einem Beschussamt vorgelegt werden, das feststellt, dass die durchgeführten Arbeiten nicht einfach rückbaubar sind.

Insgesamt ist anzuraten, den Jagdschein weiter zu lösen oder der Aufforderung zur Abgabe bzw. Unbrauchbarmachung der Waffen Folge zu leisten.

 

Foto: B. Lütke-Hockenbeck


Frank Göpper (03.01.2014)

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