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  • Kombi-Impfstoff?

    Ich habe gehört, dass es seit Kurzem einen kombinierten Impfstoff gegen Mykoplasmen und Circoviren bei Ferkeln gibt. Was muss ich beachten, damit die beabsichtigte Schutzwirkung auch eintritt? Denn, wenn ich richtig informiert bin, soll der Kombi-Impfstoff erst beim Landwirt zusammengemischt werden.

    Das Unternehmen Boehringer Ingelheim hat jetzt die Zulassung für das Mischen zweier Impfstoffe gegen Mykoplasmen und Circoviren erhalten. Beide Impfstoffe enthalten den gleichen Hilfsstoff (Adjuvans). Der kombinierte Impfstoff wird als One-Shot-Impfstoff eingesetzt, sodass mit einer einmaligen Impfung ein Schutz gegen beide Erreger erreicht wird, der bis zum Mastende halten soll. Die Vorteile dieser Kombinationsmöglichkeit liegen in der individuellen Zusammenstellung des Impfprogramms für die Ferkel nach den Bedürfnissen des Betriebes bei einer geringeren Belastung für das Tier und weniger Arbeit für den Landwirt. Außerdem könnten langfristig die Lagerkosten sinken, wenn weitere Impfstoffmischungen zugelassen und im Gegenzug weniger fertige Impfstoffkombinationen vorrätig gehalten werden müssen. Auch andere Unternehmen arbeiten aus diesen Gründen an der Entwicklung von Kombi-Impfstoffen. So hofft beispielsweise Intervet auf die Zulassung für die Mykoplasmen- und PRRS-Impfstoffkombination.
    Die neue kombinierte Ferkelimpfung von Boehringer gegen Mykoplasmen und Circo­viren ist zu­gelassen für Ferkel ab 21 Tagen bei einer Dosierung von 2 ml (jeweils 1 ml). Beide Impfstoffe können aber auch einzeln verabreicht werden. Wichtig ist, dass nur Impfstoffe gemischt werden, die dafür zugelassen sind, denn nur dann ist die Wirksamkeit belegt. Boehringer hat eine detaillierte Anleitung zum hygienischen und sach­gerechten Mischen herausgegeben. Dabei wird der Inhalt beider 50-ml-Flaschen über eine doppelläufige Nadel in einer sterilen, mitgelieferten 100-ml-Flasche zusammengeführt. Der fertig gemischte Impfstoff ist innerhalb eines Tages zu verbrauchen. Da aber nicht die gesamte Menge der Einzelimpfstoffe sofort gemischt werden muss, sondern je nach Bedarf auch Einzeldosen zusammengestellt werden können, geht kein Impfstoff verloren. Die nicht gemischten Einzelimpfstoffe können weiter im Kühlschrank gelagert werden. Laut Impfstoffhersteller enthalten die neuen Kombi-Impfstoffe  keine Konservierungsstoffe mehr. Dadurch werden Verträglichkeit und Wirksamkeit verbessert. Die Haltbarkeit, insbesondere nach mehrmaligem Anstechen, ist aber schlechter. Nach der Impfung müssen Spritze und Kanülen gereinigt und desinfiziert werden.
    Ansprechpartner bei der Frage, ob der Einsatz im Betrieb sinnvoll ist, und bei Fragen zur Anwendung des Produktes ist der Hoftierarzt.
    Dr. Claudia Lambrecht (29.07.2010)