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Familie

FAMILIE 08. Februar 2012

Als wär ich gerade zu Haus gewesen

Weltweit kostenlos telefonieren und sich dabei am PC-Bildschirm sehen: Anne Kössendrup (auf dem Bildschirm) nutzt dazu die Internet-Videotelefonie via Skype. Fotos: B. Lütke Hockenbeck

Ihre Familie ist im fernen Deutschland. Sie macht ein Praktikum in Australien. Doch auch dort sieht Anne Kössendrup ihre Lieben regelmäßig – während ihrer Video-Telefonate über das PC-Programm „Skype“.

Es ist Mitte Januar, um die Mittagszeit. Mit Trägershirt und kurzer Hose sitzt Anne Kössendrup vor mir. Die 21-Jährige lacht, weil ich einen Rollkragenpullover trage. Sie dagegen sieht müde aus. Denn ein langer Arbeitstag liegt hinter ihr.

Anne Kössendrup lebt und wohnt zurzeit auf einem Milchviehbetrieb in der Nähe von Adelaide, in Süd-Australien. Etwa 16 000 km und neuneinhalb Stunden Zeit liegen zwischen uns, und wir sehen und hören uns trotzdem klar und deutlich – und zwar am Laptop-Bildschirm.

Wenig Ausrüstung nötig

Möglich ist diese Art der Kommunikation durch das kostenlose Video-Telefonie-Programm Skype. Das haben wir beide auf unseren Laptops eingerichtet. Technisch ist das „Skypen“, also das Telefonieren mit diesem Programm bei gleichzeitiger Videoübertragung vom Gegenüber, kaum aufwändiger als ein Festnetztelefonat.

Damit wir uns sehen können, benutzen wir Kameras. Anne Kössendrup hat eine in den Laptopbildschirm integrierte. Ich bin über eine separat an den Laptop angeschlossene Kamera zu sehen. Grundvoraussetzung für diese Video-Telefonate ist allerdings eine auf beiden Seiten funktionierende, möglichst schnelle Internetverbindung (Breitband oder DFÜ mit mindestens 25 Kilobyte pro Sekunde für Up- und Download). Bis auf die Kosten für die Internetübertragung ist das Ganze übrigens kostenlos.

Ein Termin zum Skypen

Annes Mutter Christiane schreibt ihrer Tochter mehrmals wöchentlich E-Mails und macht so  Termine zum gemeinsamen Skypen aus. Meistens fallen diese auf den Sonntagvormittag. Bei Anne ist dann Sonntagabend. Wegen der täglichen Hof- und Stallarbeit auf beiden Seiten und der zusätzlichen Zeitverschiebung kommt es fast nie zu spontanen Skype-Telefonaten.

Der Sonntagvormittag bietet sich bei Kössendrups auch deshalb als Telefon-Termin an, weil dann die meisten der sieben daheimgebliebenen Kinder im Alter von 11 bis 24 Jahren zu Hause sind. Wenn die Eltern mit allen vor dem Bildschirm sitzen, um mit Anne zu skypen, ist die Runde wenigsten bildlich gesehen komplett. „Dann ist es fast, als wäre ich gerade zu Hause gewesen und hätte mit meiner Familie an einem Tisch gesessen“, beschreibt Anne Kössendrup die Situation.

Aber nicht nur für Leute im Ausland, empfiehlt ihre Mutter Christiane die Videotelefonie. „Das ist zum Beispiel auch eine tolle Sache für Großeltern, die Ihre Kinder und Enkel nur selten sehen, zum Beispiel, weil sie nicht mehr Autofahren können.“  Barbara Veer

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Wochenblatt-Folge 6 im Familienteil.

Informationen zu weiteren Videotelefonie-Anbietern finden Sie hier.

 

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