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AKTUELLES 30. Januar 2012

Spatz ist Spitzenreiter bei der Wintervogelzählung

Spatzen sind hierzulande die am meisten gezählten Wintervögel. Foto: Duba/pixelio.de

Der Haussperling oder auch Spatz genannt, belegt in diesem Jahr die Spitzenposition unter den am häufigsten gezählten Wintervögeln in deutschen Städten und Dörfern und verdrängt damit die Kohlmeise auf Rang zwei.

Auf den Plätzen drei und vier folgen die Blaumeise und der Feldsperling. Die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ wurde vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) durchgeführt. Vom 6. bis zum 8. Januar hatten die Verbände Bürger dazu aufgerufen, die Vögel zu melden, die sie innerhalb einer Stunde in Gärten oder an Futterstellen sehen. Rund 40.000 Einsendungen mit mehr als 1,6 Mio. Vogelbeobachtungen konnten im Zuge der Aktion ausgewertet werden.

Mit Bergfinken, Wacholderdrosseln und Erlenzeisigen sind in diesem Winter wieder „typische Wintergäste“ aus dem Norden beobachtet worden. Außerdem zählten zu den Besonderheiten des Winters seit einiger Zeit auch Zugvögel wie Mönchgrasmücken, Hausrotschwänze oder Stare, die hiesige Breiten im Winter normalerweise verließen, erläuterte der NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow.

Ein Drittel weniger Amseln

Bundesweit wurde ein Rückgang um ein Drittel bei den Amseln festgestellt worden. Damit lasse die Vogelzählung Rückschlüsse auf das „Amselsterben“ aus dem Sommer 2011 zu, bei dem auffallend viele tote Artgenossen im Südwesten Deutschlands gefunden worden seien, so Nipkow. Tropenmediziner hätten bei Amseln eine Infektion mit dem zuvor hierzulande unbekannten Usutu-Virus nachgewiesen. Die Zählung habe nun einen deutlich reduzierten Winterbestand von Südwesten in Richtung Nordosten ergeben.

Insbesondere sei das Amselvorkommen in Rheinland-Pfalz um 54 % zurückgegangen, gefolgt von Hessen mit 43 % und Baden-Württemberg mit 40 % weniger Vögeln. Neben dem Virus führte Nipkow das Amselsterben auf die extreme Trockenheit im letzten Frühjahr zurück, der den Bruterfolg beeinträchtigt habe. AgE

 

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