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Tipps zur Ladungssicherung

Bremstest mit ungesicherten Strohballen: Die Quaderballen auf dem Anhänger kamen gehörig ins Schaukeln. Foto: Quinckhardt

Die Stichworte: „Schwerer, größer, schneller“ beschreiben, wie sich landwirtschaftliche Maschinen, Anhänger und Beladung in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Mit dieser Entwicklung geht eine erhöhte Unfallgefahr einher, die sich auch in der Statistik des Landes NRW widerspiegelt: In 636 Fällen waren im Jahr 2008 landwirtschaftliche Fahrzeuge in Unfälle verwickelt. Dabei starben 18 Menschen, 162 wurden schwer verletzt. Vor allem defekte Bremsen und mangelnde Ladungssicherung sorgen in der Praxis immer wieder für gefährliche Situtationen.
Grund genug für die Bezirksregierung Arnsberg gemeinsam mit dem WLV-Kreisverband Hochsauerland in Brilon-Alme vor kurzem einen „Landwirtschaftlichen Verkehrstag“ durchzuführen.

Als Stichpunkte wichtige Inhalte und Tipps:

  • Halter, Fahrzeugführer und Verlader sind für die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung verantwortlich.
  • Für die Berechnung der erforderlichen Sicherung sind folgende Kräfte zu berücksichtigen: Nach vorne sind 80 % des Ladungsgewichtes zu sichern. Jeweils 50 % des Ladungsgewichtes müssen nach hinten und zur Seite gesichert werden.
  • Um diese Kräfte abzufangen, sind form- oder kraftschlüssige Sicherungsmittel notwendig, wie Bordwände oder Spanngurte.
  • Der Etikettenanhänger eines Spanngurtses darf weder fehlen, noch unleserlich sein. Ein Tipp für die Praxis: Klappen Sie die beschriftete Seite nach innen und umwickeln Sie das Etikett zum Schutz mit Klebeband.
  • Spanngurte dürfen nicht zum Heben von Lasten verwendet werden.
  • Der Haken eines Spanngurtes ist so einzuhängen, dass er nicht auf der Spitze belastete wird.
  • Beim Anziehen der Ratsche darf kein Hebel eingesetzt werden.
  • Nachträglich am Anhänger angebrachte Zurrpunkte, wie beispielsweise Ösen, müssen vom Fachmann angeschweißt werden.
  • Werden beispielsweise Strohballen mit zwei Spanngurten gesichert, gilt es, die Ratschen gegenüberliegend anzubringen.
  • Rutschhemmende Matten verringern die berechneten und erforderlichen Sicherungskräfte. Damit dieser Effekt erreicht wird, muss die Ladungsfläche mindestens besenrein sein.
  • Schüttgüter oder windanfällige Güter, wie beispielsweise Stroh, sollten mit einer Plane abgedeckt werden. Das gilt auch für die Straßenfahrt mit einem befüllten Düngerstreuer. Dörte Quinckhardt