
Laut Wilhelm Plogmaker spüren auch die Lohnunternehmer den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Foto: Quinckhardt
„Der Strukturwandel in der Landwirtschaft geht nicht spurlos an den Lohnunternehmen vorbei“, berichtete Wilhelm Plogmaker auf der Jahreshauptversammlung des Landes-verbandes Lohnunternehmen NRW. So würden mit zunehmender Größe einzelner landwirtschaftlicher Betriebe auch ihre Anforderungen an die Schlagkraft der Lohnunternehmen steigen. „Zunehmend werden Komplettdienstleistungen nachgefragt, wie zum Beispiel die vollständige Organisation und Durchführung der Maisernte“, so der Präsident des Landesverbandes Lohn-
unternehmen NRW. Die „Nachfragemacht“ einzelner größerer Betriebe verschärfe außerdem den Kostendruck für die Lohnunternehmer. Durch den Strukturwandel erhöhe sich die Nachfrage im Bereich der Bestandsführung. „Vor allem Nebenerwerbs-betriebe lassen oftmals ihren kompletten Pflanzenschutz durch Lohnunternehmer erledigen“, sieht Plogmaker neues Kundenpotenzial.
„Die Einführung des Ausbildungsberufes ,Fachkraft Agrarservice‘ im Jahr 2005 erweist sich als positiv, um den gestiegenen Anforderungen zu begegnen“, urteilt Plogmaker. Rund 100 Ausbildungsbetriebe gebe es in NRW, die die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen aber kaum decken könnten. Die Berufsaussichten seien gut, so Plogmaker. Alle der 32 Fachkräfte, die im vergangenen Jahr ihre Ausbildung beendet hätten, seien von ihren Betrieben übernommen worden bzw. hätten einen Studienplatz gefunden.
Nachdem das Erprobungsverfahren der Ausbildung im Juni 2009 abgeschlossen wurde, bemüht sich der Verband aktuell um die Anerkennung der Meisterverordnung für die Weiterbildung zum Agrarservicemeister. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen laufen die ersten Meisterschulungen bereits: 42 Teilnehmer hoffen im Dezember 2011 ihre Prüfung absolvieren zu können. Dörte Quinckhardt