Die Europäische Kommission erwägt derzeit keine zusätzlichen Schritte zur Stützung des Getreidemarkts. Das stellte EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Ciolos beim Agrarrat am Montag vergangener Woche in Reaktion auf eine Anfrage Frankreichs klar. Maßnahmen wie beispielsweise die Gewährung von Exporterstattungen für Gerste seien derzeit nicht gerechtfertigt.
Er räumte eine schwierige Marktsituation ein, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass sich die Getreideexporte insgesamt oberhalb des fünfjährigen Mittels bewegten. Seit Beginn der Saison seien 14 Mio. t Getreide exportiert worden. Das Gesamtaufkommen aus der vergangenen Ernte bezifferte der Rumäne auf 290 Mio. t. Für die zuletzt schwachen Gerstenausfuhren und einen Gerstenpreis um das Interventionsniveau machte Ciolos den starken Wettbewerbsdruck aus der Ukraine und Russland sowie den ungünstigen Dollarwechselkurs verantwortlich.
Seit Beginn der Kampagne seien den EU-Interventionsstellen 3,5 Mio. t Getreide angedient worden - darunter 3,3 Mio. t Gerste. Die Anbauschätzungen und die Bilanz 2010/11 ließen jedoch eine Verbesserung der Lage erwarten.
Die Gerstenintervention gilt in der laufenden Saison zum letzten Mal für unbegrenzte Mengen. Ab 2010/11 wird sie dem Ausschreibungsverfahren unterworfen. AgE