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Sojaanbau auch in Westfalen

Auf dem Betrieb von Benedikt Sprenker (rechts) werden seit fünf Jahren Sojabohnen angebaut. Auf seinem Betrieb sind Demostreifen angelegt. Foto: Bollermann

Der Sojaanbau bringt viele Vorteile mit sich: Er lockert enge Wintergetreidefruchtfolgen auf, verbessert die Boden­struktur und hat einen sehr hohen Vorfruchtwert. Auch in Deutschland ist der Sojaanbau grundsätzlich möglich.

Wichtig für einen erfolgreichen Anbau sind die richtige Sortenwahl, die sorgfältige Impfung des Saatgutes sowie eine funktionierende Unkrautbekämpfung im Vor­auflauf. Wie sich dies am besten umsetzen lässt, darüber informierte die Landwirtschaftskammer NRW im Rahmen des Soja-Netzwerkes auf dem Soja-Feldtag am Freitag vergangener Woche auf dem Demonstrationsbetrieb Sprenker in Beckum.

Jürgen Unsleber, Berater des Soja-Netzwerkes aus dem Landkreis Würzburg, berichtete, worauf es bei einem erfolgreichen Sojaanbau ankommt. Dabei betonte er, wie wichtig ein sorgfältiges Arbeiten ist: „Die Sojabohne ist auf den ersten Blick eine einfache Kultur und nicht sehr arbeitsintensiv. Führen Sie aber die wenigen erforderlichen Maßnahmen nicht sorgfältig durch, können Sie einmal gemachte Fehler nicht einfach durch Pflanzenschutz oder Mineraldüngung korrigieren“, warnte er.

Saatgut unbedingt impfen

Die Sojabohne bevorzugt leicht erwärmbare Böden mit einer guten Wasserführung. Bei der Wahl der Vorfrucht ist es wichtig, dass sie weder viel Stickstoff nachliefert, noch zu den Sklerotinia-Wirtspflanzen zählt. Wintergetreide ist zum Beispiel als Vorfrucht gut geeignet.
Grundsätzlich benötigt die Sojabohne keine Stickstoffdüngung. wohl aber Knöllchenbakterien zur eigenen Stickstoffversorgung.

Das Saatbett muss möglichst eben sein. Eine flache Bodenbearbeitung einige Tage vor der Saat bekämpft Unkraut und fördert die Bodenerwärmung. Die Aussaat beginnt ab Mitte April sobald die Bodentemperaturen über 10 °C liegen. Wichtig ist aber auch, dass nach der Saat eine warme Hochdruckwetterlage folgt.

Die Sojabohne verträgt aufgrund ihrer langsamen Jugendentwicklung absolut keine Konkurrenz durch Unkräuter. Ohne strikte Unkrautkontrolle drohen starke Ertragseinbrüche.
Die Sojabohnen werden im September bei Kornfeuchten von 14 bis 18 % geerntet. Die Blätter müssen weitestgehend abgefallen sein und die Bohnen in den Hülsen klappern.

Verwertungsmöglichkeiten

Das Sojaprotein ist aufgrund der enthaltenen Thrypsininhibitoren zunächst schlecht verwertbar. Sie müssen durch Wärmebehandlung inaktiviert werden (Toasten ). Außerdem sollte der hohe Fettgehalt durch Extrahieren oder Abpressen verringert werden. Nur bei Rindern kann ein Teil des Proteinbedarfs durch die unverarbeitete Vollbohne gedeckt werden. Die Vermarktung sollte unbedingt vor dem Anbau geklärt werden. Anna Bollermann

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in Wochenblattausgabe 30/2015.