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Petition gegen Wohllebens „Wald-Märchen“

Journalisten reden gerne mit ihm: Peter Wohlleben, hier im Gespräch mit Michael Krons vom TV-Sender "Phoenix". Foto: Pressestelle Phoenix

16.02.2017 . Dem Bestseller-Autor Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“) werfen Wissenschaftler und Förster vor, unsachlich zu argumentieren und den Stand der Forschung zu ignorieren. Ihre Online-Petition gegen Wohlleben findet starken Zuspruch.

 

Prof. Dr. Christian Ammer, Forstwissenschaftler an der Universität Göttingen, hat vor wenigen Tagen eine Online-Petition gestartet, die sich kritisch mit dem Bestsellerbuch „Das geheime Leben der Bäume“ des Eifeler Försters Peter Wohlleben auseinandersetzt. Innerhalb von nur einer Woche haben bereits mehr als 3.500 Personen unterzeichnet, unter ihnen namhafte Forstwissenschaftler der Universitäten in Freiburg, München und Göttingen, Ökologen und Biologen aus dem In- und Ausland sowie Waldbesitzer und Verbandsfunktionäre.

Geringer wissenschaftlicher Gehalt

"Wir wollen Journalisten und Medienvertreter darauf aufmerksam machen, dass die mediale Aufmerksamkeit des Buchs ,Das geheime Leben der Bäume’ von Peter Wohlleben umgekehrt proportional zu dessen wissenschaftlichem Gehalt steht“, beschreibt Prof. Dr. Christian Ammer das Ziel seiner Online-Petition, die noch bis zum 7. April läuft. Es sei erfreulich, dass sich ein Massenpublikum von einem Buch zum Thema Wald begeistern lasse. Leider werde aber ein sehr unwirkliches Bild des Ökosystems Wald vermittelt. Wohllebens Aussagen stellten ein Bündel von Halbwahrheiten und eigenen Bewertungen selektiv ausgewählter Quellen und Wunschdenken dar.

Nach Ansicht des Göttinger Professors für Waldbau wäre das nicht weiter schlimm, würde das Buch nicht weitläufig als ein populärwissenschaftliches Werk angesehen. Dabei seien viele der im Text und in diversen Fernsehauftritten sowie Radiosendungen getroffenen Aussagen Wohllebens durch wissenschaftliche Ergebnisse nicht gedeckt.

Auf der Internetseite der Petition belegt Ammer diesen Vorwurf mit zwei Beispielen. Sowohl zum Thema „Konkurrenzbeziehungen zwischen Bäumen“ als auch dem Thema „Einfluss der Holznutzung auf den Kohlenstoffgehalt im Boden“ stellt er die Aussagen Wohllebens dem geltenden Stand der Wissenschaft entgegen. Kevin Schlotmann/Str.

Hier geht es zur Online-Petition "Auch im Wald Fakten statt Märchen – Wissenschaft statt Wohlleben" (bis 7. April 2017)

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