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Geflügelpest: Neuer Ausbruch in Delbrück

Das tut Geflügelhaltern "in der Seele weh": Die Ställe werden abgedichtet, dann werden alle Tiere mit Kohlendioxid begast, um sie zu töten. Foto: Kreis Paderborn

15.02.2017 . Verdacht auf Geflügelpest in Delbrück: 200.000 Junghennen müssen vorsorglich getötet werden. Der Kreis Paderborn gibt wichtige Hinweise und fordert alle Geflügelhalter zu Wachsamkeit auf.

Der Kreis Paderborn hat „ganz schlechte Nachrichten für alle Geflügelhalter“, wie er mitteilt: „In einem Geflügelbestand in Delbrück besteht der Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest.“ Unverzüglich wurde die Tötung von rund 110.000 Junghennen auf dem betroffenen Betrieb angeordnet. Außerdem werden insgesamt 90.000 Junghennen auf vier weitere Kontaktbetrieben in der Nachbarscahft getötet, um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern.

Ob es sich bei dem gefundenen Virus um die hoch ansteckende Variante N 8 handelt, steht noch nicht fest. Mit einem Bescheid des Friedrich-Loeffler-Instituts wird in Kürze gerechnet.  

270 Betriebe im Beobachtungsgebiet

Die Tiere des betroffenen Betriebes und der Kontaktbetriebe werden, wie in solchen Fällen üblich, durch eine Begasung mit Kohlendioxid getötet. Die Kadaver werden unverzüglich zur Tierkörperbeseitigungsanstalt transportiert und dort entsorgt. Die betroffenen Landwirte werden aus der Tierseuchenkasse entschädigt.

Was tun im Verdachtsfall?
Bei Verdacht auf Geflügelpest müssen umgehend der Hoftierarzt und die Veterinäre des Kreises verständigt werden:

Innerhalb der Öffnungszeiten der Paderborner Kreisverwaltung ist das möglich unter Tel.
(05251) 308-3952,
(05251) 308-3953,
(05251) 308-3902 oder
(05251) 308-3900.

Außerhalb der Dienstzeit sowie an Wochenenden über Tel. (02955) 76760.

Wie es die Tierseuchenverfügung vorsieht, wird ein Sperrbezirk von 3 km Radius und ein Beobachtungsgebiet von 10 km Radius um den betroffenen Hof gebildet. Im Sperrbezirk befinden sich nach Angaben des Kreises 63 Betriebe mit 207.000 Stück Geflügel, im Beobachtungsgebiet 270 Betriebe mit 563.000 Stück Geflügel. Den Gesundheitszustand der Tiere werden Tierärzte in den nächsten Tagen genau beobachten. Im gesamten Kreisgebiet gilt seit dem 22. November die Stallpflicht für alles Geflügel, die bis auf weiteres gilt.

"Schlimmstes Seuchengeschehen seit 30 Jahren"

Dr. Klaus Bornhorst, leitender Veterinär des Kreises Paderborn, spricht vom „schlimmsten Seuchengeschehen in Deutschland und Europa seit 30 Jahren“. Direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und heimisches Geflügel müssten unterbunden werden. Bornhorst bittet alle Geflügelhalter, ihre Bestände sorgfältig zu beobachten und die so genannten Biosicherheitsmaßnahmen (Schutzkleidung, Hygienemaßnahmen) streng zu beachten. Pressestelle Kreis Paderborn / Str.



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