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Digitalisierung: Bauern sind Vorreiter

Der Traktor wird vom Feldrand aus digital "überwacht". Foto: Wobser

02.11.2016 . Die deutschen Bauern sind Vorreiter bei der Nutzung digitaler Technik. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) unter 521 Landwirten und Lohnunternehmern durchgeführt wurde.

Wie Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse feststellte, nutzen in der Landwirtschaft mittlerweile bereits 53 % der befragten Unternehmen digitale Anwendungen, während der entsprechende Anteil etwa in der Fertigungsindustrie erst bei 46 % liege.

Zudem seien digitale Technologien knapp 40 % der modernen Landmaschinen im Einsatz. Zum Vergleich: Erst jedes zehnte Auto ist damit ausgerüstet. Laut Rohlehder sind die Bauern in Hinblick auf die Digitalisierung weiter als der Großteil der deutschen Industrie.

Achillesferse Breitbandnetz

Der DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung verfügbarer Breitbandnetze auf dem Land hervor. Es ist immer noch eine Art "Achillesferse" für die weitere Entwicklung des ländlichen Raumes. Laut Krüsken gaben 5 % der befragten Unternehmen an, mit mehr als 50 MBit an das Internet angebunden zu sein. Rund 70 % der Betriebsleiter beklagten eine eklatante Unterversorgung bei der Datenversorgung.

Nach Krüskens Auffassung sollte deshalb die schnelle Anbindung des ländlichen Raums an leistungsfähige Internetverbindungen Priorität haben. Die Art der Umsetzung, ob über Glasfaser, Vectoring oder schnelle mobile Netze, sei dabei zweitrangig. Im Fokus müsse stehen: „Hauptsache Breitband“, so der DBV-Generalsekretär. Aufgrund der geringen Planbarkeit der landwirtschaftlichen Produktion in der natürlichen Umgebung könne selbst mit digitaler Unterstützung auch in Zukunft das „Auge des Bauern“ nicht ersetzt werden. Denkbar seien allerdings Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen in der Agrarbranche. AgE

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