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Was ist los beim Heimatbund?

In Westfalen gibt es rund 550 Heimatvereine. Viele von ihnen sind auf dem Land aktiv und weisen ein von Ort zu Ort sehr unterschiedliches Profil auf. Foto: Weidemann

26.06.2015 . Der Westfälische Heimatbund feiert an diesem Samstag in Münster seinen 100. Geburtstag mit einem Festakt im Theater. Vor den Festreden und Glückwünschen könnte auf der Mitgliederversammlung eine gewichtige Frage in den Mittelpunkt rücken.

Der Westfälische Heimatbund in Münster feiert am Samstag dieser Woche sein 100-jähriges Bestehen. Im Kriegsjahr 1915 war der damalige Bauernpräsident Westfalens, Engelbert von Kerckerinck zur Borg, einer der Hauptinitiatoren. Sein Anliegen war es, auf die vielfältige Kunst und Geschichte Westfalens aufmerksam zu machen und die Naturlandschaft gegenüber der wachsenden Industrie zu bewahren.

„Nach Kräften bemüht“

Was heißt „Heimat“?
Für den einen ist Heimat das naturnahe Landleben, für den anderen das quirlige Treiben in der Stadt, für den Dritten die Nähe von Familie, Freunden und Nachbarn. Wieder andere sagen: Heimat, das ist der Ort meiner Kindheit, das ist Natur, das ist Sprache, das ist Essen und Trinken – und so weiter.
„Mit der Heimat ist es wie mit der Liebe“, hieß es vor geraumer Zeit auf einem Fest des Kreisheimatvereins Herford. „Fragt man 100 Leute danach, bekommt man 100 verschiedene Erklärungen. Fest steht: Bilder, Erinnerungen, Traditionen, Klänge, Gerüche machen unser Heimatgefühl aus.“ Str.

Naturschutz, Kultur und (Orts-)Geschichte zählen bis heute zu den Kernthemen der „Heimatpflege“, wie die Arbeit der rund 550 Heimatvereine in Westfalen zusammenfassend bezeichnet wird. Der WHB umfasst nach Angaben der Geschäftsführerin Dr. Edeltraud Klueting 549 Heimatvereine mit mehr als 130  000 Mitgliedern, überdies etwa 2000 persönliche Mitglieder sowie 660 Ortsheimatpfleger und -chronisten.

Der WHB „bemüht sich nach Kräften, die örtliche und regionale Heimatarbeit in Westfalen zu fördern“, heißt es in dessen Satzung. Er ist ein rechtlich eigenständiger Verein, wird aber im Wesentlichen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe getragen. Dessen Landesdirektor Matthias Löb ist WHB-Vorsitzender. Der Landschaftsverband fördert im Rahmen seiner landschaftlichen Kulturpflege den Heimatbund mit 385.000 € (Haushaltsjahr 2015).

Aus dem Dachverband ausgetreten

Auf der Mitgliederversammlung könnte eine gewichtige Frage in den Mittelpunkt rücken: Der Westfälische Heimatbund ist nach Wochenblatt-Recherchen seit 2014 nicht mehr Mitglied im bundesweiten Dachverband der Heimatpflege, dem „Bund Heimat und Umwelt“ (BHU).

Westfalen bildet damit eine Lücke im BHU-Netzwerk mit seinen 19 Verbänden aus Heimatpflege, Denkmalschutz und Kultur, die derzeit 500.000 Mitglieder umfassen. Fragen der Finanzierung sowie thematische und offenbar auch persönliche Differenzen sollen zur Austrittsentscheidung beigetragen haben, die bislang öffentlich nicht bekannt geworden ist.   Str.

www.westfaelischer-heimatbund.de

 

Einen ausführlichen Bericht mit Kurzportraits der Heimatvereins-Aktivitäten in Westbevern (Kreis Warendorf), Verl (Kreis Gütersloh) und Düdinghausen (Hochsauerlandkreis) lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Landwirtschaftlichen Wochenblattes Westfalen-Lippe, Folge 26, vom 25. Juni 2015.

 

 

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