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Die Pilzsaison ist gestartet

Hitze und Regen haben Waldpilze früher als sonst sprießen lassen. Wir haben Tipps und Regeln für das Pilzesammeln zusammengestellt. Sammler sollte vor allem auf giftige Doppelgänger achten.

Steinpilze zählen zu den begehrten Speisepilzen. Foto: Petercord

Klassisch gelten die Monate September und Oktober als Pilzsaison. In diesem Jahr hat sie das feuchtwarme Wetter vielerorts schon früher eröffnet: Bereits seit Ende Juli zieht es Speise­pilzliebhaber in den Wald.

„Das Pflücken von einzelnen Pilzen im Wald zum Eigenverzehr ist grundsätzlich erlaubt. Geschützte Arten wie die heimischen Rotkappen, Morcheln, Pfifferlinge und Steinpilze dürfen laut Bundesartenschutzgesetz nur in geringen Mengen und zum eigenen Bedarf gepflückt werden“, sagt Michael Rolland, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW).

Hingegen sei das gewerbliche Sammeln von Pilzen im Wald ohne Erlaubnis der Waldbesitzer und der zuständigen Naturschutzbehörde verboten, betont der Sprecher des Waldeigentümerverbandes. Jedoch nehme das Phänomen Pilzdiebstahl im Wald zu. So habe es in den vergangenen Jahren immer mehr organisierte Gruppen gegeben, die das Sammeln von Pilzen, Kräutern und Beeren im Wald aus Profitgier betreiben.

Giftig oder essbar?
Generell gilt: Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein ähnlich aussehendes giftiges Gegenstück. Deshalb sollten Sammler nur Pilze pflücken und verzehren, die sie kennen.

„Wer unberechtigt kiloweise Pilze aus dem Wald schleppt und dabei erwischt wird, riskiert aktuellen Urteile zufolge bis zu 5.000 € Bußgeld. Wer jedoch nur für den privaten Gebrauch eine schmackhafte Beilage zum Sonntagsbraten sammelt und dabei ein paar einfache Regeln beachtet, braucht keine Angst zu haben“, betont Rolland.

Wo Sammelverbote gelten

Wie viel genau mitgenommen werden darf, entscheidet das jeweilige Forstamt oder die Landschaftsbehörde des Kreises. Einige Kommunen bieten dazu auf ihren Internetseiten spezielle Infoflyer und Leitfäden an.

Neben der Menge spielt der Ort eine wichtige Rolle. Generelles Sammelverbot besteht in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten und Nationalparks sowie auf eingezäunten Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird.

Richtig pflücken und zubereiten

Beim Pflücken sollten die Pilze mit einem Messer direkt über dem Boden abgeschnitten oder vorsichtig herausgedreht werden, ohne das Wurzelwerk und die Vegetation im Umkreis zu zerstören.

Für den Transport eignet sich am besten ein luftdurchlässiger Korb.

Zu Hause angekommen, sollten die Pilze rasch verarbeitet werden, da sie schnell verderben.

Pilze sollten nie roh gegessen werden, sondern immer erst auf mehr als 70 °C erhitzt werden. bp